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leonardo:kapitel_9

Unerwartete Begrüßung im British Empire

DISCLAIMER: Alle verwendeten Figuren sind geistiges Eigentum von Naomi Novik und stammen aus dem Temeraire-Universum.

In der Ferne konnte man schon die Küste von England sehen, als Louis aus seinem leichten Schlaf aufgeweckt wurde. Irgendetwas hatte das eintönige auf und ab der Flügelschläge von Leonardo unterbrochen. Er blickte sich suchend um, die etwas kleinere Hope flog immer noch neben Ihnen und auch Jade schien langsam wieder aufzuwachen. Das letzte an das er sich erinnern konnte, war der Aufbruch aus Frankreich. Nach Instruktionen von Lien persönlich in Paris waren sie aufgebrochen, um, nachdem sie in Calais einen kurzen Zwischenstopp eingelegt hatten, weiter über den Kanal in Richtung des Britisch Empire zu fliegen. Louis spähte suchend in die Ferne. Sie wollten sich als Flüchtlinge ausgeben, die Asyl vor Napoleon in einem der letzten Länder, das noch standhaft seine Aufgabe verweigert hatte, erbaten. Wahrscheinlich würde man sie zuerst sehr misstrauisch behandeln, aber England suchte verzweifelt Unterstützung bei ihrem Widerstand und würde sich über jede Hilfe freuen. Außerdem hatten sie sich beide eine glaubwürdige Geschichte ausgedacht, mit gefälschten Unterlagen, die das Ganze noch untermauerten. Offensichtlich verringerte Leonardo das Tempo, wodurch Louis auch aufgewacht war, da sich in der Ferne eine Patrouille Drachen näherte. Sie hatten abgesprochen anfangs möglichst ungefährlich und kampfunerfahren zu wirken, was bei zwei so kleinen Drachen auch nicht wirklich schwer fiel. Einige Momente später trafen sie mit der Gruppe zusammen und wurden von ihnen umzingelt. Sie leisteten keinen Widerstand. Der Anführer, ein Mann auf einem beeindruckenden Königskupfer, holte ein Sprachrohr hervor und rief zu ihnen herüber. „Identifizieren sie sich. Ohne eine britische Flagge oder der einer unserer Verbündeten werden sie als potenzieller Feind betrachtet.“ „Wir gehören aktuell zu keiner Nation uns sind auf der Flucht von Napoleon. Wir erbitte Asyl bei der Admiralität eures Landes.“ Der Reiter nickte, „Folgen sie bitte diesen zwei Schnittern, sie werden sie zu unserem Korps eskortieren. Jeder Versuch uns anzugreifen, führt zur sofortigen Exekution.“ Er fügte ein wenig freundlicher hinzu: „Wir sind vorsichtiger geworden. Vor etwa 2 Jahren haben wir schon einmal einem Reiter Zuflucht gewährt und er hat sich als Spion für Bonaparte herausgestellt. Mein Name ist übrigens Matthew Berkley.“ „Vielen Dank“, rief ihnen Jade noch zu, „wir können ihre Vorsicht verstehen, denn wir haben von dieser unschönen Sache ebenfalls gehört, ebenfalls von dem Drachen Sauvignon gehört.“ Sie nickte ihm kurz zu. Der Kapitän musterte Jade einen Moment scharf bevor er zwei Drachen einen Wink gab, die eine Gasse für sie öffneten und sich danach neben ihnen einordneten. Das restliche Geschwader drehte ab und nahm wieder seine Patrouille auf. Nur ein einziger Botendrache löste sich noch aus der Gruppe, wahrscheinlich um den Stützpunkt von ihrer Ankunft zu berichten. Nach und nach rückte die Küste in greifbare Nähe, nachdem sie die Verteidigungsbatterien überquert hatten, schwenkten die beiden Drachen zur Seite und Leonardo folgte ihnen weiter zum Stützpunkt. In der Ferne konnte man schon bald die beinahe mittelalterliche Festung erkennen, die direkt neben dem Ausbildungscenter von Dover in den Himmel ragte. Die beiden gelben Schnitter bremsten ab und, um kurz nacheinander auf Platz vor dem Eingang zu landen. Dort warteten zu Louis und Jade Entsetzens schon beinahe eine kleine Streitmacht aus Soldaten, die solar eine kleine Kanone mitführten. Die beiden Asylsuchenden warfen sich rasch einen Blick zu. Irgendetwas lief hier gewaltig schief. Ein mürrisch aussehender Offizier hielt ein Sprachrohr in der Hand und rief zu Ihnen nach oben: „Steigen Sie unverzüglich von ihren Drachen ab, ansonsten eröffnen wir das Feuer!“ Langsam mit nach vorne hin ausgestreckten Händen klettert Louis von Leonardo, neben sich sah er, wie Jade dasselbe tat. Mit einem leicht verärgerten Gesichtsausdruck wandte er sich an den Anführer der Soldaten. „Ist das hier die viel gerühmte englische Gastwirtschaft? Warum werden wir bedroht? Der Offizier auf dem Königskupfer hat uns zwar schon über die angespannte Situation aufgeklärt, aber dass sie so übertreiben hätte ich nicht erwartet.“ „Schweigen Sie“, blaffte der Angesprochene, „Kapitän Berkley kannte noch nicht alle Information. Wir haben Information bekommen, die nahelegen, dass sie für Frankreich spionieren. Solange dieser Verdacht nicht widerlegt wird, müssen wir sie zu unser aller Sicherheit festhalten.“ Der Mann wandte sich zu den Drachen um: „Wir legen Ihnen jetzt diese Ketten an, wenn sie auf die Idee kommen sollten sich zu wehren, bedenken Sie, dass wir ihre Kapitäne haben.“ Louis wechselte schnell einen Blick mit Jade und gab Leonardo mit einigen unauffälligen Zeichen seiner Hand eine Nachricht weiter. Eigentlich handelte es sich dabei nur um einen weiterentwickelten Morsecode. Sein Drache sah ihn einen Moment verunsichert und besorgt an und nickte dann unmerklich. In den nächsten paar Sekunden überschlugen sich die Ereignisse. Leonardo stieß die beiden Männer, die neben ihm standen, beiseite, biss den gelben Schnitter leicht in die Flanke und bereitete die Flügel aus. Bevor noch irgendjemand etwas tun konnte, war der Drache in die Luft gesprungen und raste mit wahnwitziger Geschwindigkeit davon. Nach einer kurzen Sekunde des Schockes reagierte der Offizier aber sehr schnell. „Soldaten halten Sie diese beiden Personen fest und bringen sie sie zu den Gefängniszellen. Articus“, er deutete auf den von Leonardo angefallenen Drachen, „gehen Sie zu Keynes und lassen Sie sich von ihm untersuchen.“ Ungünstiger Weise begann genau in diesem Moment das Gift zu wirken und der Drache gähnte einmal und brach dann zusammen. Nach einigen Sekunden begann er zu schnarchen. Es war nicht übertrieben zu behaupteten, dass der Mann überrascht aussah. Er schüttelte wütend den Kopf. „Merkator, holen sie den Arzt eben her und beeilen Sie sich.“ Mit einer übertrieben freundlichen Miene wandte er sich an die beiden Bewacher von Jade und ihm, um dann los zuschreien: „Und sie beiden Idioten bringen endlich unsere Gefangenen nach unten.“ Einer der Soldaten packte Louis grob am Arm, um ihn dann hinter sich herzuziehen. Er machte sich sofort wieder los. „Ich kann selber gehen, danke.“ Ein bisschen gewissen Stil sollte man auch als Festgesetzter wahren dürfen. Auf ihrem Weg zu den Zellen studierte Louis aufmerksam den Weg, den sie entlang eilten. Zuerst in die Anlage hinein, um dann über eine steinerne Treppe unter die ganze Station zu gelangen . Erstaunt registrierte er, dass die Luft immer wärmer wurde und auch die Luftfeuchtigkeit rapide anstieg. Links, rechts, einen langen Gang entlang und schon waren Sie da. Der Soldat öffnete eine Tür und sie gelangten in einen karg eingerichteten Steinraum. Zwei Betten, ein Tisch und ein paar Stühle, mehr war dort eigentlich nicht an Einrichtung.

Hinter ihm trat Jade durch die Tür und mit einem dumpfen endgültigen klingenden Knall schlug sie hinter ihnen zu. „Wir sitzen ganz schön in der Patsche würde ich sagen“, meinte Jade zu ihm. Louis nickte. „Aber es wird so oder so kein allzu langer Aufenthalt. Entweder werden wir gegen Lösegeld von Frankreich freigekauft, oder…“ Den Rest des Satzes ließ er offen. Jade vermutete, dass es mit dem spektakulären Abgang von Leonardo zu tun hatte und fragte deshalb nicht weiter nach. Keiner von ihnen konnte wissen, ob sie nicht belauscht wurden. „Ich frage mich nur von wem sie die Information bekommen haben, es waren nur ein Handvoll Leute eingeweiht und alle kamen aus den hören Ämtern. Also nur Generäle und Admirale.“ Er zuckte mit den Schultern: „Ich habe einen Verdacht, aber ich möchte niemanden zu Unrecht beschuldigen.“

Die nächsten paar Tage vergingen in einem gleichmäßigen und langweiligen Rhythmus. Aufstehen, das karge Mahl aus dem sprichwörtlichem Brot und Wasser herunter würgen, um dann den restlichen Tag mit nichts tun zu verbringen. Wenigstens war er nicht allein eingekerkert, so hatte er wenigstens jemanden mit dem er sich unterhalten konnte. Aber auch mit Gesprächen konnte man die langen Stunden des Wartens nicht füllen und so verbrachten mindestens genauso viel Zeit damit zu schweigen. Keiner sprach darüber, aber sie hatten beide Angst und sah der Zukunft nicht gerade positiv entgegen.y Louis wusste nicht, ob er auf einen Nachricht von Leonardo hoffen oder sich vor ihr fürchten sollte, denn solange niemand etwas von ihm hörte, war er frei und noch nicht von den Korpsdrachen gefunden. Jade machte sich genauso Sorgen um Hope. Aber er konnte sie damit beruhigen, dass man den Drachen generell freundlich gesinnt war. Besonders im rückständigen England traute man Ihnen offensichtlich keine eigenen Entscheidungen zu. Aus Minuten wurden Stunden, Stunden zu Tage. Das dämmrige Licht im Kerker ließ einen langsam jedes Zeitgefühl verlieren. Louis hatte aufgehört zu zählen, wie lange sie schon eingesperrt waren. Warum konnte nicht endlich etwas passieren? Lange hielt er diese quälende Ungewissheit nicht mehr aus. Was Leonardo wohl machte?

In der Ferne konnte er mehrere Drachen betrachten, die sich ihm näherte. Wahrscheinlich wieder welche von diesen englischen Korpsdrachen. Leonardo seufzte, langsam wollte er einfach nicht mehr fliehen müssen. Er wollte nur noch zurück zu seinem Reiter. Es könnte so einfach sein, so verlockend. Er riss sich zusammen. Wenn er sich fangen ließ, dann wären alle Strapazen vergebens: Seine jetzt schon zu lange andauernde Flucht. Die Gefangenschaft von Jade und Louis. Außerdem wollte er nicht auch noch die letzte Hoffnung verlieren. Deshalb raffte er sich noch einmal zusammen und ergriff die Flucht in Richtung des Waldes, den er eben noch überflogen hatte. Zwischen den Bäumen konnte er sich vor den deutlich größeren Verfolger hervorragend verstecken. Er musste sich nicht einmal in einen Kampf verwickeln lassen. Langsam sank er herab und versuchte sich möglichst unauffällig in einer der großen Tannen niederzulassen. Nun blieb ihm nichts übrig, als zu warten. Ein Drache nach dem anderen überflog langsam sein Versteck. Nach und nach verschwanden sie aus seinem Sichtfeld. Leonardo wartete noch einige Minuten bis er sich sicher war, dass sie auch wirklich verschwunden waren. Dann erhob er sich wieder in Lüfte, um weiter in Richtung Schottland seine Reise fortzusetzen, denn dort sollte Perscitia das letzte Mal gesehen worden sein. Plötzlich hörte er ein Rascheln direkt unter sich aus den Zweigen. Das Rascheln steigerte sich zu einem regelrechten Reißen und aus den Bäumen unter ihm erhob sich ein bunter durcheinander gewürfelte Haufen aus leichtgewichtigen Drachen. Er schreckte zurück, versucht aus dem sich nun schnell schließenden Kreis auszubrechen, aber es war zu spät. Der erste Angreifer nahte heran und anstatt ihn anzugreifen, warf er sich einfach auf ihn. Das zusätzliche Gewicht überraschte Leonardo und brachte ihn zum Taumeln. Dann flog auch schon der nächste in seine Richtung und erhöhte noch das Gewicht auf seinen Schwingen. Verzweifelt versuchte er nicht abzustürzen, als dann auch noch ein dritter sich auf ihn warf, knickte er schlicht ein und die vier Drachen stürzten in einem Knäuel aus bunten Gliedmaßen in den Wald ab. Als sie auf dem - zum Glück – weichen Waldboden aufschlugen stürzten sich auch noch die restlichen Gegner auf ihn und verdammten ihn zur Bewegungslosigkeit. Nur ein einziger Gedanke zuckte durch seinen Kopf: Vergeblich! All die Mühen und Leiden vergeblich und vollkommen nutzlos. „Ha, erwischt“, rief einer der Drachen aus, er wandte sich an einen der anderen. „Hey, denkst du, dass für den Burschen hier eine Prise bekommen. Wirklich gefährlich sieht er ja nicht aus.“ Leonardo versuchte gar nicht mehr sich aus dem Haufen zu befreien, aber so etwas musste er sich wirklich nicht gefallen lassen, ihm kam die Situation eh etwas komisch vor. Es wurde doch sonst immer von der großen Disziplin der englischen Drachenkorps geredet. Für diesen, man musste es zugegeben, ziemlich kampfstarken Haufen schien die Worte Ordnung und Zurückhaltung Fremdworte zu sein. Er schüttelte sich unwillig: „Denkt bloß nicht das ihr stärker wäret, als ich. Nur weil ihr misch aus dem Hinterhalt und mit zehnfacher Truppenstärke besiegt habt.“ Der Anführer der Drachen schaut ihn mit einem, seiner Meinung nach, ziemlich unterbelichteten Gesichtsausdruck an: „Du kannst Englisch?“, Leonardo rollte mit den Augen, „offensichtlich, oder? Auf jeden Fall besser als du!“ Er war sich nicht sicher, ob ihm sein gegenüber überhaupt zugehört hatte, denn er erwiderte nichts, sondern wandte sich nur an seine Untergebene und befahl: „Kommt bringen wir den Klugsschei°°er zur Chefin.“ Dem ließ er noch einige misstönende Klick laute folgen . Alles in allem musste Leonardo sagen, dass der Transport sehr entwürdigend war, Drei Drachen hatten seine Flügel mit so viel Seilen umwickelt, dass er sich wie eine lebende Tau rolle fühlte und ihn dann auf ihren Schultern genommen. Auf dem sehr ungemütlichen Flug dann, fielen Leonardo noch einige Merkwürdigkeiten auf: Die Drachen waren alle unangeschirrt, benutzten hauptsächlich die klickende Sprache von der er vermutet, dass er irgendein Dialekt der Sprache wilder Drachen war. Er hatte irgendwann einmal darüber etwas gelesen. Aber das erklärte immer noch nicht, warum das Korps plötzlich auf jede Diziplinar Maßnahmen verzichtete. Leonardo war so müde, er kam einfach auf keine Lösung. Es konnte doch nicht etwa sein, dass er in einer vollkommen anderen, unabhängigen Gruppe gelandet sein. Eine Gruppe angeführt von Perscitia. „Ich möchte sofort zu eurer Anführerin gebracht werden. Dies löste eine Kaskade aus Klick und Zischlauten aus, bis sich der Anführer der Wilddrachen zu ihm wandte und mit einem misstrauischen Gesichtsausdruck fragte: „Was willst du von unserer Chefin?“ Leonardo schüttelte sich bei dem scheußlichen Akzent, antwortete aber: „Ich bin ein Botschafter aus Frankreich. Richtet Perscitia aus das Leonardo von ihrer Brieffreundin nach England geschickt wurde und jetzt ihre Hilfe braucht.“ Der Drache sah ihn ein wenig verächtlich an: „Wir hätte dich sowieso zu ihr gebracht. Aber versuche nicht sie anzugreifen, denn sonst reißen wir dich in Stücke.“ Der Rest des Fluges verlief relativ unspektakulär. Die Drachen machten keine Anstalten ihn zu befreien und Leonardo war sich sicher, dass ihm morgen jeder Knochen im Leib wehtun würde. In der Ferne tauchte langsam ein riesiges Lager auf. Beinahe 200 Drachen jeder Größe und Farbe teilten sich ein befestigtes Lager, überall am Rand drängten sich Behausungen für Menschen und Söldner. Mittlerweile war Leonardo sich sicher, dass er hier Perscitia treffen würde. Das Korps hätte keinen Grund beinahe schon eine Stadt für Menschen und Drachen aus dem Boden zu stampfen. Die ihn transportierenden Drachen setzten zu Landung an und nachdem sie aufgesetzt waren, warfen sie ihn ohne viel Federlesen auf den Boden. Es war wirklich sehr entwürdigend in einem Haufen aus Seile, in denen er auch noch verheddert war. Zu allem Unglück kamen jetzt auch noch neugierige Drachen an gestampft. Ein riesiger Königskupfer näherte sich und betrachtete mit offensichtlichem Interesse den Haufen aus Seilen, den Leonardo darstellte. Offensichtlich war er auch sehr kurzsichtig, den er fragte den Anführer seiner Kidnapper: „Arkady, was bringt ihr denn da mit. Perscitia hat euch doch tausendmal gesagt, dass ihr nicht irgendeinen Schrott an schleppen sollt.“ Leonardo, der sich mittlerweile befreit hatte, brüllte: „Ich bin nicht irgendein Schrott und möchte verdammt nochmal endlich eure Anführerin treffen.“ Requiescat sah ein wenig überrascht aus: „Oh, da ist ja ein Drache. Was machst du denn unter all den Seile?“ Er verdrehte die Augen und fragte mit offensichtlichem Sarkasmus: „Hm, lass mich überlegen, wofür benutzt man denn Seile? Vielleicht, weil diese Tölpel mich gefangen haben.“ Der Drache übersah bzw. bemerkte die Ironie gar nicht und antwortete: „Wollten sie dich? Aber warum sollte man so eine halbe Portion, wie dich eigentlich fangen? Gefährlich siehst du ja eigentlich nicht aus.“ Arkady meldet sich wieder zu Wort: „Das hier ist der Drache, denn das Korps jetzt schon beinahe einen Monat sucht, wir dachten vielleicht bekommen wir ja eine Prise, wenn wir ihn hierher bringen.“ Requiescat betrachtete ihn nach wie vor neugierig: „Dich sucht man und du hast es solange geschafft zu entkommen und unentdeckt zu bleiben? Naja , ihr kleinen habt es da ja einfacher.“ Leonardo fühlte sich mittlerweile wirklich nicht mehr ernst genommen. Okay, sie hatten ihn überwältigt, aber er konnte jederzeit wieder verschwinden. „Es war nicht wirklich schwer ihnen zu entkommen. Könnte ich jetzt vielleicht endlich zu Perscitia, ihr könnt ihr sagen, dass ich ein chinesischer Drache bin, dass wird sie sicher interessieren.“ Requiescat schüttelte resigniert den Kopf: „Noch so ein Chinese, den letzten den ich getroffen habe, hat mein ganzes gemütliches Leben auf den Kopf gestellt. Wenn du genauso bist wie Temeraire, dann geh ich wirklich in den Ruhestand.“ Leonardo schüttelte entschieden den Kopf: „Ich bin sicher nicht so wie Temeraire. Ich würde nie so unüberlegt handeln wie er her. Die Sache mit den Pilzen hätte man viel eleganter lösen können.“ Der schwergewichtige Drache schnaubte amüsiert: „Du bist auf jeden Fall so eingebildet, wie er. Aber komm mal mit, ich bring dich zur Chefin.“ Requiescat stampfte gemächlich in Richtung Zentrum des Lagers und bemerkte nicht einmal, dass sein langsam hin und her pendelnde Schwanz das ein oder andere Zelt dem Erdboden gleich macht. Leonardo bemerkte anerkennend, wie strukturiert das Lager aufgebaut war. Es gab immer wieder Komplexe von Zelten, die regelmäßig von Querstraßen durchbrochen worden. Fünf breite Hauptwege, die ins Zentrum führte ließ sogar genug Platz für seinen Führer. In der Mitte des Ganzen verbreiterten sich noch einmal die Straßen und mündeten in einen großen Platz. Dort stand eine eher mittelgroße Drachin, die über einem Brett voll Sand stand und mit den Klauen darauf herum malte. „Perscitia, hier ist jemand der dich gerne sprechen würde.“, rief Requiescat zu ihr her über. „Ja ja, warte einen Moment, ich habe hier gerade eine interessante mathematische Gleichung.“ Leonardo betrachtet interessiert das Geschreibsel von ihr. Er überlegte einen Moment und schrieb eine weitere Zeile darunter. „Hey, was machst du da?“ Sie betrachtete einen Moment, was er geschrieben hatte. „Das ist genial, so geht das alles auf. Ich habe übrigens versucht die Flugbahn von Kanonenkugel nachzuvollziehen, um die Genauigkeit unsere Miliz zu verbessern.“ Sie wandte sich zu Requiescat: „Also, was wolltest du von mir?“ „Ich wollte gar nichts, Arkady haben ihn hier auf gegabelt und wollen jetzt eine Prise für ihn, da er vom Korps gesucht wird. Unserer Freund hier möchte aber zuerst mit dir sprechen, was wir ihm ja nicht verwehren können. Leonardo wandte sich wieder zu Perscita: „Mein Name ist Leonardo und Sie haben schon eine etwas einseitige Konversation mit meinem Kapitänen Louis Salubre geführt. Das vereinbarte Codewort lautete, glaube ich „contra legem“. Ich bin wegen unserer Mission hier.“ Der Drache betrachtete ihn misstrauisch: „Woher weiß ich, dass Sie nicht lügen, laut meinen Information besteht ihre Gruppe aus vier Personen. Und sie sind alleine.“ „Genau deswegen bin ich hier“, erwiderte er, „Louis, Jade und Hope wurden in Dover von eurem Korps festgesetzt. Louis hat mich kurz vor ihrer Gefangennahme zu euch geschickt, um Ihre Unterstützung in dieser Angelegenheit zu erhalten. Ich suche jetzt schon beinahe einen Monat nach dieser Truppe bis sie sozusagen mich gefunden hat.“ Leonardo lächelte ein wenig beschämt. Perscitia sah sehr nachdenklich aus: „Was wird denn Mr. Salubre und Miss Ledoux vorgeworfen.“ Es hört sich so als ob man uns versuchte Spionage oder so was anhängen will, sie haben angeblich Information direkt aus Frankreich.“ „Das ist eine Handhabe, die wir benutzen können. Wenn diese ganze Angelegenheit vor ein Gericht bekommen, wären ihre Gefährten sehr schnell wieder frei. Außerdem könnte man erwirken, dass mir als Militäroffizier mit einem gültigen Patent die Information über den Spion ausgehändigt werden.“ „Aber wenn wir handeln wollen, dann muss es schnell gehen, wir müssen sie also überraschen.“ „Das ist mir schon klar“, knurrte Perscitia, „ich breche am mit einer kleinen Gruppe Drachen auf und eskortiere sie nach Dover. Ich bräuchte nur einen halben Tag Vorbereitung. Ich muss mich unbedingt in das Rechtssystem einlesen und mehr über die englische Rechtsprechung herausfinden. Seinen Sie also solange Gast in unserem bescheidenen Lager. Requiescat könntest du unseren Verbündeten hier bitte zu unseren Köchen führen. Ich denke, dass er Hunger hat“, fügte sie mit einem belustigten Lächeln hinzu. „Dann komm mal mit mein kleiner Freund“, dröhnte der Königskupfer jovial, „besorgen wir dir was zum futtern.“ Die beiden Drachen gingen zu einem der äußeren Teile des Lagers, von wo wohlriechende Schwaden aufstiegen.“ Requiescat seufzte, seitdem Temeraire mit diesem chinesischen Koch zu uns gekommen ist, wollen alle nur gekochtes Essen. Du kannst dir nicht vorstellen, wie viel Geld das jeden Monat kostet. Der Königskupfer schnappte sich einen der Spieße mit einer Kuh und verspeiste sie genussvoll: „Aber ich kann ihn deswegen, wirklich keine Vorwurf machen. Bedien dich ruhig, Perscitia betrachtet dich als Gast und somit bezahlen wir auch die Versorgung von dir. Leonardo griff nach einem der Hähnchen und biss hinein: „Hm, ich muss wirklich zugeben, dass eure Köche besser sind, als unsere in Limoges. Wie steht ihr eigentlich zum Korps? Ich vermute zwar, dass es nicht zu eng ist, aber in wie weit arbeitet ihr zusammen?“ „Wir sind dem Korps ein Dorn im Auge, zu gut organisiert, aber zu viele damit sie etwas gegen uns tun können. Und es werden mit jedem Tag mehr. Besonders Drachen deren Kapitäne gestorben sind kommen zu uns, da sie ja sonst nichts an den Militärdienst gebunden hat. Aber es gibt auch genug Schlüpflinge, die mit ihrem Kapitän zusammen beschließen zu uns zu kommen. Alles in allem wachsen wir immer weiter. Du siehst ja wie groß dieses Lager hier geworden ist.“ Langsam wurde es dunkel und Leonardo sah sich nach einem Schlafplatz um, er hatte die letzten Stunden vor dem kommenden Dunkel genutzt, um sich ein wenig im Lager umzusehen. Zu seiner Verwunderung waren sogar einige Korpsdrachen hier unterkommen. Er hatte eine Formation aus Dover entdeckt und sie direkt angesprochen: „Hallo, ich habe in Dover einige Freunde, die von der Admiralität festgehalten werden, habt ihr irgendwelche Neuigkeiten von dort?“ Die große Langflügelerin schüttelte entschuldigend den Kopf: „Tut mir Leid, wir haben uns zwar erst vor kurzem mit Perscitia abgesetzt, aber davon ist mir noch nichts zu Ohren gekommen. Mein Name ist übrigens Lily“, sie deutet auf die anderen Drachen in ihrer Nähe, „der Große hier ist Maximus und dort haben wir noch Messoria, die anderen sie gerade woanders im Lager.“ Leonardo betrachtet sie interessiert: „Kennst du zufällig einen Drachen namens Temeraire.“ „Zufällig, ja, bist du ihm begegnet oder warum fragst du? Im Moment ist er ja leider in Australien. Ich frag mich, wann unsere Regierung ihren Fehler einsieht und ihn zurückruft.“ „Ich bin ihm noch nicht begegnet, aber ich würde ihn gerne mal treffen. Ich komme ebenfalls aus China und ein kleines Gespräch wäre sicher interessant, aber ich möchte dich mehr länger stören, deshalb eine gute Nacht.“ Er nickte ihr freundlich zu und verschwand in der Dunkelheit des Lagers. Was wohl Louis gerade machte.

Weit über den Stadtmauer von Dover kreiste ein Geier und schwebte langsam zu der großen Festung herab, dort kreiste er einige Male und hielt Ausschau nach etwas Essbaren. Als er nichts fand ließ er sich weiter sinken und näherte sich einem großen Gatter, aus dem der verlockende Geruch von frischem Fleisch aufstieg. Sie näherte sich immer weiter dem verlockend Duft frischen Blutes, als plötzlich eine Reihe messerscharfe Zähne heran schoss und das Leben des Geiers abrupt beendete. Die kleine grüne Drachin der den Geier gierig verschlang, dachte angestrengt nach. Würde Leonardo es wohl noch schaffen sich zu Perscitia durchzuschlagen? Sie hatten nun sehr lange schon nichts mehr von ihm gehört und langsam ließ selbst ihr Optimismus nach. Und dabei ging es ihr noch vergleichsweise gut. Sie wurde regelmäßig gefüttert und war nicht angekettet, man vertraute wohl darauf, dass sie mit Jade auch gleichzeitig Hope in der Hand hatten. Leider stimmte dies auch, aber es gab einige Dinge, die sie trotzdem tun konnte ohne ihre Reiterin zu gefährden. Sie hatten wahrlich nichts durch Leonardos Flucht gelernt. Das Korps kam wohl nicht auf die Idee, dass ein gefangener Drache, die Muße haben konnte die Manöverübungen auszuspähen und auf Schwachstellen zu untersuchen. Und dabei fand man verdammt viele. Allein schon die Tatsache, dass die großen schweren Königskupfer in der Anarchie an der Spitze standen, war ein Fehler. Schon ein halbwegs intelligenter gelber Schnitter konnte sie ausmanövrieren. Aber Hope wollte nicht abschweifen, es reichte zu sagen das die Verteidigungsbilder der Briten hoffnungslos veraltet waren. Mittlerweile machte sie sich ernsthaft Sorgen um Jade und Louis, die beiden waren körperlich einfach nicht gestählt genug, um einer so langen Gefangenschaft standzuhalten. Gab es vielleicht eine Möglichkeit für sie das Gefängnis zu brechen. Sie seufzte dafür war si nicht stark genug. Sie hatte einfach keinen Plan, was sie tun könnte. Hope starrte hoffnungslos in der trüben Himmel, schrak aber plötzlich auf als ein unbekanntes Geschwader dem Stützpunkt näherte, täuschten sie ihre Augen oder brach sich dort gold- kupfern das Licht in den Schuppen eines der Drachen?

Leonardo spürte, wie einige spitze Steine ihn unangenehm in die Seite stachen, unwillig streckte er sich und versuchte noch ein wenige zu schlafen. Morgen würde ein anstrengender Tag werden, und er würde endlich seinen Reiter befreien können. Hoffentlich nahm er ihm nicht übel, dass er solange gebraucht hatte. Der Drache seufzte, er würde es nicht mehr schaffen wieder einzuschlummern, zu viele Gedanken, die ihn noch beschäftigten. Er rappelte sich auf und stapfte langsam in Richtung der Essensausgabe. Die Köche hier waren wirklich gut. Zehn Minuten später stapfte er deutlich besser gelaunt zu Perscitia, hoffentlich war sie schon auf. Leonardo musste mit ihr unbedingt noch ihre Taktik vor dem Gericht besprechen. Sonst würde der heutige Tag noch in einem Desaster enden. Betrat den Platz und fand Perscitia schon mit einer ihrer unzähligen Schriftrollen. „Morgen, wo hast du eigentlich die ganzen Schriften her? Soviel Zeit hattest du doch noch gar nicht, um dir einen eigene Bibliothek zusammenzustellen.“ „Uns sind glücklicherweise einige in die Hände bzw. Klauen gefallen und dank Temeraire wusste ich, welche unbedingt vorhanden sein müssen. Aber ich denke deswegen bist du nicht hier, oder? Ich habe mir schon einige Gedanken wegen Morgen gemacht… Am besten geben wir vor, dass ich ebenfalls Informationen aus Frankreich habe, die sie entlasten. Und als letzte Möglichkeit kann ich auch schlich und einfach drohen. Unsere Streitmacht übersteigt mittlerweile locker die des Korpes und wir haben viel Zeit damit gebracht jede Drachenart voll zur Geltung zu bringen: sprich wir haben z.B auch einige Taktiker, wie mich hier.“ Leonardo nickte: „Es ist gut das wir diese Möglichkeit in der Hinterhand haben, aber mir wäre es lieber, wenn wir das Ganze im Gerichtssaal klären könnten. Es wäre gut, wenn das Ganze öffentlich zugänglich wäre, denn einerseits ist es gut die Unterstützung des Volkes zu bekommen und anderseits ist die ganze Aktion hervorragend Werbung für deine Stadt hier.“ Die beiden diskutierten noch einige Stunden bis sie sich ungefähr auf eine Vorgehensweise geeinigt hatte. „Ich denke es ist Zeit eine Reisegruppe zusammenzustellen, sie sollte möglichst auch eine gewisse Kampfkraft haben, damit wir, falls es zu Schwierigkeiten kommt Dover unbehelligt verlassen können, deshalb nehmen wir Maximus und Requiescat mit, dann eine kleine Spähergruppe aus vier oder Pascalblauen und noch einige Schnitter. Als was können wir dich rechnen?“ Leonardo grinste diabolisch. „Einzelkämpfer…“ Perscitia sah überrascht aus: „Wie soll das bitte gehen, du hättest keine Chance gegen einen Mittelgewichtigen geschweige Schwergewichtigen Drachen.“ „Unterschätze mich, da mal nicht, ich habe einige Fähigkeiten, die einem normalen Drachen abhandenkommen.“ Perscitia schnaubte: „Ihr Chinesen seid solche Cheater, immer irgendeinen Trick in der Hinterhand. Genau das Selbe wie bei Temeraire, der überraschte einen auch immer.“ „Du bist jetzt schon der zweite, der mich mit Temeraire vergleicht, aber glaub mir meine Methoden sind viel subtiler. Und ich werde sie nur in Notfällen, wie zum Beispiel meiner Flucht aus Dover benutzen.“ „Wir treffen uns dann in zwei Stunden hier, ich trommele gerade unsere Reisegruppe zusammen und gebe das Kommando an einen anderen Taktiker ab. Ich bin eh nur für zwei Jahre gewählt und habe dementsprechend eine Vertretung.“ Perscitia verschwand mit einem Satz in der Luft. Leonardo sah ihr kurz hinterher und verschwand dann zu seinem Schlafplatz, um noch einmal nach einem Buch für politische Verhandlungen zu suchen . Er hatte zum Glück seinen Schuhkarton bei der Flucht retten können und wurde auch schnell fündig. Zwei Stunden später stand er dann mit den anderen Drachen vor den Toren des Lagers und erhob sich mit einem Satz in die Luft. Anerkennend bemerkte er, wie routiniert und flüssig das Zusammenspiel der anderen Drachen funktionierte. Die beiden Königskupfer bestimmten das Tempo und immer wieder landeten kleinere Drachen, um sich auszuruhen oder irgendwelche Befehle von Perscitia zu übermitteln. Es dauerte nicht lange und die Stadt Dover kam am Nachmittag des Tages in ihre Sicht. Louis suchte fieberhaft mit seinen Augen den Boden ab und versuchte mit seinen Augen Hope zu erspähen. Sie waren noch einige 100 Meter näher gekommen, als der Wachdrache sie entdeckte. Er stieß ein Warngebrüll aus und es dauerte nicht lange, da wimmelte es auf dem Stützpunkt von Menschen und Drachen. In diesem Durcheinander fand Leonardo dann auch Hope. Es tat ihm in der Seele weh, wie sie hoffnungsvoll zu ihm aufschaute, er konnte es sich jetzt aber nicht leisten , sich um sie zu kümmern. Zuerst mussten sie offiziell freigelassen werden oder im schlimmsten Fall von Leonardo mit Perscitias Hilfe befreit werden. In diesem Moment hob eine hastig zusammengestellte Formation vom Stützpunkt ab, sie kamen kurz vor ihnen zu halten und der Anführer der Gruppe, rief herrisch zu ihnen herüber. „Identifizieren sie sich, ansonsten wir d ihr Eindringen als feindlicher Akt betrachtet und sie unverzüglich angegriffen.“ Perscitia meldete sich zu Wort: „Diese Gruppe untersteht der unabhängigen politischen und militärischen Vereinigung freier Wesen. Mir wurde dieses Patent offiziell von den Vertretern ihrer Admiralität und den Drachen mit denen ich zusammenarbeite verliehen und ich besitze somit jedes Recht, hier meine Aufwartung zu machen.“ Der Offizier wirkte ein wenig eingeschüchtert, bemerkte aber trotzdem herablassend: „Ich habe von ihnen schon einiges gehörte. Könnte ich trotzdem erfahren, aus welchem Grund Sie hierher gekommen sind.“ „Im Falle einiger ihrer Gefangen gibt es einige Unklarheiten über die ich mich informieren möchte. Die betreffenden Personen waren auf dem direkten Wege zu mir und somit habe ich ein gewisses Recht Informationen über den Fall zu bekommen.“ „Dieser Fall unterliegt strengster Geheimhaltung, wie haben Sie also davon erfahren ?“, verlangte der Mann zu wissen. „Durch mich“, mischte sich Leonardo in die Diskussion ein und schwebte elegant hinter Requiescats Rücken her vor.“ Dem britischen Offizier traten beinahe die Augen aus den Höhlen, als er Leonardo erblickte und er schrie hektisch: „Das ist der entflohene Drache schnell haltet ihn fest bevor er noch einmal entkommen kann.“ Die Formation hinter ihm begann je einen Angriff auf Leonardo einzuleiten, als dieser sich zur Seite wegfallen ließ und die ziemlich bedrohlich wirkenden Maximus und Requiescat sich vor den angreifenden Drachen aufbauten. Es gab einiges an Gedrängel und Gerangel in der Luft: Das Ergebnis sah für die Angreifer ziemlich ernüchternd aus: Die eigene Formation um kesselt und die Kapitäne von Leichtgewichtigen Drachen vom Rücken ihrer Tiere geschnappt. Perscitias Truppe war noch schlagkräftiger, als Leonardo angenommen hatte. „Dieser Drache steht unter meinem Schutz, er wurde ohne konkrete Beweise festgehalten und hatte somit jedes zu fliehen. Er begleitet mich hierhin, weil der die ganze Angelegenheit …“ „vor ein Gericht bringen möchte“, vollendete Leonardo den Satz. „Und nach eurem Gesetz steht mir das auch zu.“ „Würden sie uns dann bitte herunterlassen?“ Der Offizier sah ziemlich jämmerlich, wie aus, wie er so in der Luft hing. „Wenn Sie garantieren können, dass mir und meiner Gruppe während dem Aufenthalt in Dover nichts widerfährt.“ Der Mann murmelte etwas von „er müsse zuerst den Admiral fragen“, nickte dann aber zustimmend. „Sehr guten, könnten sie uns dann eventuell noch ihren Namen nennen?“ Sie gab den Drachen ein Wink und sie brachten die Kapitäne zu ihren angestammten Plätzen und lösten die Einkesslung der Formation auf. Naja, alles eine Frage der Perspektive. „Warten sie bitte hier, ich hole sie gerade.“ Grey verschwand durch eine Tür im Innenhof und ließ sie stehen. Leonardo seufzte, eben war er Hope schon so nah gewesen, aber bald würde er sie, Louis und Jade endlich befreien können. In diesem Moment schwor er sich, dass er Dover alleine nicht wieder verlassen würde.

SIMON

leonardo/kapitel_9.txt · Last modified: 2013/03/20 21:20 (external edit)