User Tools

Site Tools


leonardo:kapitel_15

Zurück nach Frankreich

In der Ferne verschwanden die letzten Segelfetzen der englischen Flotte. Leonardo gestattet sich einen Moment lang wegen der verlorenen Freunde zu trauern und ließ sich von der Wut über die Ungerechtigkeit der Admiralität erfüllen. Klein geistige Idioten. Aber das alles brachte eh nichts. Er konnte sich ärgern und grämen, wie er wollte. Die Welt würde sich trotzdem ändern. Entschlossen schob er alle Gedanken zu diesem Thema beiseite. Dieser Abschnitt seines Lebens war beinahe abgeschlossen, sobald sie Europa verlassen hatten, würde ein Neuer beginnen.

Wenige Stunden später war Leonardo nur noch damit beschäftigt sich vom eisigen Wind abzulenken, der ihn langsam aber sicher in einen Eisklotz verwandelte. Wer hatte noch einmal die Idee gehabt im Winter den Kanal zu überqueren? Ach, dass war er ja selber gewesen. „Idiot!“, grummelte er. Naja, wahrscheinlich war er noch gut dran. Jade, Louis und der französische Gefangene aus der Schlacht waren garantiert schon in verschiedene Stadien der Stasis übergegangen. Sie hatte den Mann den Louis bewusst losgeschlagen hatte einfach mitgenommen. Bisher hatte er sich ziemlich kooperativ verhalten. Vielleicht half ja an etwas warmes denken. Limoges im Sommer, zusammen mit den andern in Sonne, um den Trainingsplatz fliegen. Nein, verdammt, jetzt wurde ihm nur noch noch kälter. Hm, an nichts Denken wäre auch eine Möglichkeit. Nein, funktionierte auch nicht: Die Kälte drängte sich einfach in den Vordergrund. Na, gut, dann einfach Augen zu und durch.

Die nächsten Stunden waren für Leonardo die Hölle. Seine Sicht verschwamm, seine Extremitäten hatten schon lange aufgehört Gefühle an seinen Körper zu senden. Es war, als wäre er in einem Albtraum gefangen. Der Drache erlebte immer nur Stückchen der Reise bewusst, der Rest verschwamm in einem Geflecht aus Gefühlen und Sinneseindrücken.

…..Ein heftige Windböe, die ihn beinahe in den Ozean warf; Leonardo schaffte es nur mit Mühe danach wieder an Höhe zu gewinnen …Louis, der sich besorgt erkundigte, wie es ihm ging …. das undeutliche Gefühl von Hagelkörner auf seinen Schuppen …. Donner …. gezackte Blitze am fernen Horizont … die Erleichterung, als weit in der Ferne die ersten Küstenabschnitte auftauchten …. die unsanfte Landung …. und plötzlich, als wäre eine Kerze aus gepustet worden, wurde alles schwarz und alle Gefühle erloschen für die nächsten Stunden, oder waren es Tage?

Louis wusste, dass irgendetwas nicht in Ordnung war, als Leonardo ganz im Gegensatz zu seinem üblichen Stil mit einem dumpfen Knall auf dem eisigen Boden der Normandie aufschlug. Trotz seiner steifen Glieder sprang er ab und lief zum Kopf seines Drachen: Leonardos Augen waren geschlossen und sein gesamter Körper sah irgendwie farblos und erschöpft aus. Leichte Panik ergriff ihn, dass sah ganz eindeutig nach einer heftigen Unterkühlung aus. „Jade, hol Feuerholz mit Hope und zwar schnell.“ Auf ihren fragenden Blick erwiderte er, „nicht jetzt, ich erkläre es später später.“ Sie nickte ihm zu und rannte, nachdem sie einige Worte mit ihrem Drachen gewechselt hatte zum Ufer. Hope flog zum nächsten Wäldchen. Kurze Zeit später ertönte ein lautes Knacken. Louis verzog das Gesicht. Er wollte Feuerholz, nicht das Material, um ein Schiff zu bauen. Der Arzt zwang sich dazu tief durchzuatmen. Jetzt war weder die Zeit für Sarkasmus noch für Panikattacke. Er rief sich noch einmal alles in Gedächtnis, was er in Limoges über die Behandlung von Drachen gelernt hatte. Durch ihre Körpereigene Wärme mussten sie stundenlang eisigsten Temperaturen ausgesetzt werden, damit eine Unterkühlung oder Erfrierungen auslösen werden konnten. Wenn dies erst einmal passiert war, ging der Drache in eine Art Energiesparmodus über, bis er wieder eine angemessene Körperwärme erreicht hatte. Louis seufzte; das würde sie mindestens zwei Tage kosten. Er wagte gar nicht daran zu denken, was passiert wäre, hätte Leonardo es nicht bis zur Küste geschafft. Ein Absturz über dem eisigen Meer wäre tödlich gewesen.

Wenige Minuten später brannte ein riesiges Feuer neben dem Sternendrache. Zum Glück waren sie an einem der eher unbesiedelten Teile der französischen Küste gelandet. Louis hatte wirklich keine Lust sich mit dem ansässigen Korps herumschlagen zu müssen. Jetzt, wo er am Feuer saß, wurde dem Reiter erst bewusst, wie es wirklich gewesen war. Louis schüttelte sich, dass sie an so etwas nicht früher gedacht hatten. Im Nachhinein konnte er den Kopf schütteln über seine eigene Idiotie. Am beste überprüfte er auch direkt, wie es Hope ging, er wollte nicht noch eine Unterkühlte. „Hope, bei dir ist alles in Ordnung, oder? Spürst du noch alle Körperteile? Keine Zittern oder Kälteschübe.“ „Nein, ich habe keine Probleme. Ein paar Stunden hätte ich noch geschafft. Leonardo hat sich viel zu sehr nach und während der Schlacht verausgabt. Ich denke diese erzwungene Ruhepause wird ihm gut tut.“ Louis schmunzelte leicht: „Schaden wird es auf jeden Fall nicht.“ In diesem Moment fiel ihm auch wieder der junge Mann ein, der sie aus England begleitet hatte. „Ich denke wir sollten Monsieur Tombes in den nächsten Stunden über einige Dinge aufklären. Er scheint mir ein vernünftiger Mensch zu sein und kann uns sicherlich gut auf unsere Reise helfen.“ Hope nickte begeistert: „Ja, es ist echt nervig in seiner Umgebung immer aufpassen zu müssen, was man sagt.“ Louis lächelte über ihren Enthusiasmus: „Wir können ihm natürlich nicht alles sagen, aber unsere Spionagetätigkeit und der daraus entstand Konflikt können wir ruhig offenlegen. Jade, könntest du ihn vielleicht gerade suchen gehen. Ich glaube, er wollte noch ein wenig Feuerholz holen gehen.“ „Oder er hat sich aus dem Staub gemacht, die Gelegenheit ist denkbar günstig“, 1gab sie pessimistisch zurück. Seufzend erhob sich Jade und murmelte im Weggehen noch etwas, dass so klang wie „Als hätte ich nichts besseres zu tun.“

Zu Jades großer Überraschung hatte sich Tombes nicht davon gemacht, sondern war tatsächlich mit einem Stapel Holz in den Armen unterwegs, als sie ihn am Strand fand. Eine halbe Stunde später hatten sie ihm die gekürzte Geschichte ihrer Reise seit dem Aufbruch von Limoges erzählt. Er hatte ihnen mit einem aufmerksam, wenn auch kritischen Gesichtsausdruck zugehört und fragte nun: „Ich habe mir nun die Zeit genommen ihnen zuzuhören, könnten sie mir dann vielleicht eine Frage beantworten?“ Auf Louis ermutigende Nicken hin, fuhr Thombes fort: „Warum zur Hölle sollte ich Ihnen glauben. In einer Regierung werden sie offiziell als Verbrecher verfolgt und die andere zweifelt ihre Loyalität an.“ Louis lächelte leicht. Dieser Mann war wirklich nicht dumm und besaß zudem noch eine bewundernswerte Portion Mut. Wer traute sich schon, dem in dessen Gewalt er war, seine eigene freie Meinung zu sagen. „Ihr Einwand ist gut nachzuvollziehen, aber bedenken sie bitte eins. Wenn wir der Verbrechen, für die man uns angeklagt, schuldig wären , würden wir dann jetzt auf dem Weg nach Paris sein. Glauben sie mir ich hätte die Mittel mich jetzt absetzen zu können.“ Der junge Mann schwieg einen Moment und sagte dann vorsichtig: „Angenommen ich glaube ihnen, solange nichts ihre Worte als unwahr widerlegt. Was bringt es Ihnen, dass ich ihre Seite der Wahrheit unterstütze?“ Jade , die bisher noch nichts gesagt hatte, sondern nur aufmerksam zugehört hatte, antwortete ihm jetzt: „Wir versuchen überall, wohin es uns verschlägt, Verbündete und Gleichdenkende zu sammeln. Sehen Sie wir haben Freunde in Limoges, Paris, verteilt über England und in der britischen Admiralität. Und nach meiner Überzeugung zahlen sich diese alle irgendwann einmal für uns aus.“ Nach einigen Momenten streckte Thombes seine Hand aus und sagte: „Da wir jetzt sicherlich einige Zeit aufeinander hängen werden, können sie direkt auch meinen Vornamen wissen. Thomas Thombes.“ Louis nahm freudig die Geste an und stellte sie der Reihe nach vor. „So, dann muss ja nur noch Leonardo aufwachen und wir können weiterreisen.“

Ein unangenehme Hitze weckte Leonardo. Im Halbschlaf rollte er von der Quelle weg. Blinzelnd schaute er sich um und versuchte die letzten Ereignisse wieder abzurufen. Vergeblich. Die letzten Eindrücke an die er sich erinnerte waren eisige Kälte und eine Taubheit, die langsam von ihm Besitz ergriff. Der Sternendrache rappelte sich auf und versuchte die letzten Reste der Trägheit aus seinem Körper zu vertreiben. Interessiert schaute er sich um: Ein weiter mit Treibgut übersäter Strand, eine ziemlich großes Lagerfeuer und die Schlafstätten seiner menschlichen Freunde. Er fragte sich, wie lange er wohl ausgeschaltet gewesen worden war. Im Moment war es Nacht und alle anderen schliefen, sodass er niemanden fragen konnte. Naja, ein kleiner Flug, um die Gegend auszukundschaften würde sicherlich nicht schaden. Leonardo trottete einige Meter von der provisorischen Lagerstätte weg, er wollte niemanden aufwecken, schüttelte seine Flügel aus und erhob sich mit einige kräftigen Schlägen. Hier über dem Land war es eindeutig wärmer, wenn auch immer noch zu kalt für seinen Geschmack. Unter ihm breitete sich langsam die Küste aus, eigentlich eine günstige Gelegenheit, um auf die Jagd zu gehen. Innerhalb Sekundenschnelle hatte er einige Tiere erspäht und ging einen rasanten Sturzflug über. Dieses Gefühl war jedes Mal aufs Neue berauschend, wie die Luft an ihm vorbeiströmte, wie sich all seine Konzentration auf ein Ziel bündelte, auf diesem einen Moment, wo er seinen Flügel wieder spannte den Sturzflug kurz vor dem tödlichen Aufprall auf dem Boden abfingen und mit seinen Klauen die Beute ergriff.. Drachen waren zu recht die Herrscher über die Tierwelt.

Leonardo flog wieder in den etwas höheren Luftschichten und nutzte die Winde, um entspannt über die Landschaft zu gleiten. Gleichzeitig verzehrte er den Hasen, den er gefangen hatte und hielt Ausschau nach den ersten französische Dörfern und Städten, Nach einigen Minuten sah er die Andeutung von Rauchsäulen am Hochhorizont und flog neugierig in diese Richtung. Als er näher kam, rümpfte der Drache missbilligend die Nase. Er hasste diese riesigen Industriegebiete: Sie verpesteten die Luft mit ihren hohen Schornsteinen und zerstört in rasendem Tempo, die sie umgebende Natur. Besonders in Kriegszeiten war dieses Problem allgegenwärtig. Naja, er hatte genug gesehen. Leonardo ließ sich von seinem natürlichen Orientierungssinn zurück zum Lager leiten. Dies war auch eine dieser Fähigkeiten, wo er und Louis nie dahinter gekommen war. Er schaffte es immer, auch über riesige Entfernungen, zu seinem Startpunkt zurückzufinden.

Louis erlebte den Schreck seines Lebens, als er aufwachte und Leonardo weg war. Nach einigen Sekunden kam er zu dem Schluss, dass sein Drache wahrscheinlich nur für einen kurzen Snack unterwegs war. Aber Bescheid sagen, hätte er ja wirklich können. Er würde ihn sich vornehmen, sobald er zurück kam. Langsam begann er das Lager abzubauen, während die anderen nacheinander aufstanden und sich zu ihm gesellten. Nach einer halben Stunde deutete nur noch eine verbrannte Stelle auf ihre Stopp hin. „Wo ist Leonardo eigentlich?“, erkundigte Jade sich leicht genervt, „es wäre wirklich gut, wenn wir jetzt aufbrechen könnten. Wir müssen vor dem neuen Jahr in Paris sein.“ „Er kommt sicherlich gleich.“ Nach einigen Minuten, deutete Louis auf einen kleinen Punkt am Horizont: „Da hinten ist.“ Schnell wurde der Punkt größer und man konnte deutlich die goldenen Schuppen im Licht des Sonnenaufgangs aufblitzen sehen. „Was hast du gemacht“, fragte er, sobald sein Drache den Boden wieder berührt hatte. „Keine Sorge, ich hab nur schon einmal die Gegend ein wenig für uns erkundete. Richtung Süden gibt es eine größere Stadt, sollten wir vielleicht umfliegen, wenn wir nicht direkt jedem unsere Anwesenheit auf die Nase binden wollen.“ „Wir wollen jetzt direkt losfliegen, du übernimmst dann die Führung, okay?“ „Jaja, kein Problem. Ich fühle mich wirklich fabelhaft. Kein Vergleich zu gestern.“ Louis lachte leise: „Gestern? Du bist gut. Wir lagern hier schon seit zwei Tagen, aber jetzt los Jade wird wirklich ungeduldig. Ich kann dir alles Verpasste während des Fluges erzählen.“ Leonardo sah ein wenig überrascht aus, erlaubte es aber seinem Reiter und Thombes auf seinen Rücken zu steigen. Einige kräftige Flügelschläge und schon waren sie in der Luft. Fragen konnte er wirklich später

Wenige Minuten später flogen sie bereits so hoch, dass kein neugieriges Auge sie vom Boden mehr erkennen konnte. Leider war es auch wieder eisig kalt, aber Leonardo war optimistisch, dass er es diesmal deutlich weiter schaffen würde. Er fühlte sich ausgeruht und diesmal wehte auch kein schneidender Wind. „Was war eigentlich los mit mir“, erkundigte er sich bei Louis, „du sagtest ich wäre zwei Tage bewusstlos gewesen ?“ „Du hattest eine starke Unterkühlung. Dein Körper hat, um wieder Wärme aufzunehmen, abgeschaltet.“, gab sein Freund ihm die Kurzfassung, „Okay, dann habe ich ja wirklich nochmal Glück gehabt. Ich will gar nicht daran denken, was passiert wäre, wenn ich über dem Kanal abgestürzt wäre.“ Der Drache schüttelte sich und warf Louis beinahe herunter: „Hey, pass auf.“, rief er erbost. „ich hab nur minimales Reisegeschirr. Du weißt wie unbequem das ist.“

Stunden vergingen bis Louis wieder etwas sagte, so ein Flug hatte auf die Dauer wirklich einschläfernde Effekte. „Leonardo wir müssen wegen der Schlacht noch einmal reden.“ „Warum?“, gab Leonardo gespielt unberührt zurück. Innerlich krampfte er sich zusammen. Er wollte nicht daran denken. Gerade erst hatte er es mühsam geschafft sich einzureden, dass Aulus Tod nicht seinen Schuld war und alle Erinnerungen an diesen schrecklichen Tag weit in seinem Gedächtnis verbannt. „Was du getan hast“, er stutzte einen Moment, „macht mir Sorgen. Ich war genauso wütend, wie du, nachdem Densens Aulus umgebracht hat, aber du kannst nicht einfach alles andere vergessen und nur versuchen dich zu rächen. Dieses Mal war es ziemliches Glück, dass deine Handlungen uns eher geholfen haben, als geschadet. Aber was ist, wenn wir fliehen müssen und einer von uns stirbt? Du kannst dir das Szenario sicher vorstellen.“ Leonardo schauderte, er wäre glücklich, wenn er sagen könnte, dass er in solch einer Situation die Nerven behalten könnte. Aber das konnte er nicht. Er würde wieder den Verstand verlieren und Louis in einer sinnlosen Racheaktion mit in den Tod reißen. „Aber was soll ich tun? Solange niemand stirbt, ist alles in Ordnung, aber wenn es passiert, verliere ich die Nerven.“, fragte er mit einem verzweifelten Unterton in der Stimme. Louis seufzte unbewusst. Er kannte dieses Problem. Tausende Soldaten, in jedem Krieg, überall auf der Welt verteilt, kämpften mit dem selben Problem. Er gehörten zu den glücklichen Menschen, die in jeder noch so aussichtslosen Situation, die Nerven behalten konnte. „Es gibt keine Standard-Lösung dafür. Du musst selber einen Weg finden, deine Emotionen zurückzudrängen und klar zu denken. Versuche einfach immer ein kritisches Auge auf deine Handlungen zu haben. Du wirst merken, wenn du falsch agierst und kannst dich dann nach Möglichkeit davon abhalten.“ Er überlegte einen Moment: „Ich weiß, es hört sich flach und schulbuchmäßig an. Aber es funktioniert. Und man lernt einiges über sich selbst.“ Leonardo sah ein wenig skeptisch aus: „Ich kann es probieren, aber wie soll ich objektiv richten können, wenn doch schon meine persönlichen Ansicht, bestimmen, wie ich denke.“ „Ich werde es versuchen. Viellicht gibt es ja ein paar Bücher zu dem Thema.“, merkte er hoffnungsvoll an. Louis lachte ehrlich: Das war wieder typisch Leonardo. „Du findest sicherlich irgendetwas passendes.“ Thombes, der bisher nur zugehört hatte, lächelte ebenfalls leicht und sagte: „Es gibt in Frankreich für alle Offiziere, die in ihrem Rang bestätigt wurden, Ratgeber wie man sich im Kampf verhält. Teilweise sind sie zwar ein wenig realitätsfern, aber insgesamt praktisch.“ „Vielen Dank“, erwiderte Leonardo überrascht. War dieser Mann nicht eigentlich ein Gefangener. Naja, er würde später Louis deswegen fragen. Innerhalb von zwei Tagen konnte sich ja viel ändern. Dann kehrte wieder Stille zwischen ihnen ein und sie verbrachten den Rest des Fluges in angenehmen Schweigen.

Links und rechts tauchten immer wieder kleinere Ansiedlungen auf, aber keine größeren Städte. Wälder, Äcker immer das selbe. Naja, außer Paris gab es eben nicht nennenswertes. Alle anderen Städte waren im Vergleich zur der Metropole winzig. Zudem schreckten die meisten Menschen, die ausgedehnte Industriegebiete der kleineren Ansiedlungen ab. Wobei in Kriegszeiten die Hauptsand viel von ihrer kulturellen Vielfalt zu Gunsten von Kriegsmaschinerie einbüßte.

Noch einmal einige Stunden später kamen dann endlich die ersten kleineren Ausläufer von Paris in Sicht. Zuerst die Bauernhöfe und Fabriken und dann immer mehr die Wohnstätten der Bürger. Trotz des friedlichen Bildes, erfüllte ihn eine dunkle Unruhe. Beinahe schon eine Vorausahnung von dem was unweigerlich kommen würde. SIMON

leonardo/kapitel_15.txt · Last modified: 2013/03/20 21:20 (external edit)