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leonardo:kapitel_10

Eine eigenwillige Rebellin

DISCLAIMER: Alle verwendeten Figuren sind geistiges Eigentum von Naomi Novik und stammen aus dem Temeraire-Universum.

Auf einmal öffnete sich eine Tür auf der Seite des Innenhofes und eine Frau stürmte heraus. Leonardo betrachtete sie interessiert: Quer über ihr Gesicht zog sich eine feine weiße Narbe, die einen der Mundwinkel Durchschnitt und knapp an einem der Augen vorbei auslief. Er meinte irgendetwas schon über sie gehört zu haben, aber es fiel ihm einfach nicht ein, deshalb begnügte er sich damit sie aufmerksam zu beobachten. Perscitia's Reaktion auf die Frau war deutlich heftiger: „Kommandeur Roland, was tun sie hier? Haben Sie etwa auch etwas mit dieser unseligen Angelegenheit zu tun. Ich dachte eigentlich Sie wäre die einzige ehrliche Person in diesem unseligen Haufen der Eigennützigkeit und des Egoismus!“ Ihre Stimme steigerte sich immer weiter zu einem Kreischen. Leonardo hätte nicht erwartet, dass die sonst etwas besserwisserische, aber meist harmlose Perscitia, so ein Temperament entwickele würde. Roland hob beschwichtigend die Hände: „Beruhige dich Perscitia, ich bin gerade erst hier eingetroffen , also erkläre mir erst mal worum es eigentlich geht.“ „Ich erwartete einige Flüchtlinge aus Frankreich“, begann sie zu erklären, „als gestern Leonardo“, sie deutete auf ihn, „bei mir auftauchte, „von ihm bekam ich dann die Information, dass er als einziger seiner Gruppe der Verhaftung entkommen ist und jetzt bei mir Hilfe ersuche. Anscheinend wirft das Korps ihnen Verrat vor, ohne genauer Beweise, geschweige denn die Quelle zu offenbaren, von dienen die Anschuldigungen kommen. Ich bin natürlich sofort aufgebrochen und musste feststellen, dass offensichtlich jedes Mittel ergriffen wurde, um die ganze Angelegenheit unter den Tisch zu kehren. Ich frage mich wirklich, wieso. Aber, wenn sie nicht wegen Leonardo hier sind, Jane, was machen sie dann bitteschön hier?“ „Ach, das ist einfach zu erklären. Mir wurde von dem hier kommandierenden Admiral in einer Depesche mittgeteilt, dass er jemanden gefangen genommen hat, der Information über Bonaparte und Lien besitzen würde. Natürlich interessiert mich so etwas ungeheuer deshalb bin ich sofort aufgebrochen. Ich vermute einfach einmal das die zwei Fälle zusammenhänge.“ Perscitia nickte ruckartig: „Ich denke wir werden gleich mehr erfahren, laut dem Offizier, von dem wir so freundlich empfangen wurden“, sie schnaubte verächtlich, „sollte gleich dieser Admiral hier auftauchen. Sie warteten einige Zeit schweigend als die nächste Person den Hof betrat. Offensichtlich war es diesmal wirklich der Admiral, denn seine Uniform war über und über mit Orden bestickt. „Sie müssen sich nicht unbedingt, wie ein Tannenbaum behängen, um uns zu beeindrucken. Glauben Sie mir, ich hab eindeutig mehr Auszeichnungen, beeilen sie sich lieber ein bisschen.“, begrüßte Jade ihn bevor er die Gelegenheit sich vorzustellen. Leonardo kicherte leise. Diese Frau gefiel ihm wirklich. Der Admiral lief rot an vor Wut und wollte anscheinend schon losbrüllen, als Perscitia ihm zuvorkam: „Ich muss sie sofort in einer dringend Angelegenheit sprechen. Warum wurde mir verschwiegen, dass die Flüchtlinge, die zu mir auf dem Weg waren, festgenommen und ohne Gerichtsurteil festgehalten werden? Ich habe nur durch Zufall von der Sache gehört und bestehe darauf, dass die Angelegenheit sofort geprüft wird. Denn ansonsten reiche ich Klage an und sie wissen, was so ein Skandal für ihre Karriere bedeuten würde!“ Der Mann wurde noch ein Stück wütender nach diesen Worten und sagte: „Warum sollte ich auf Sie hören. Das Gericht wird das Wort von mir über das einer solchen Kreatur, wie Ihnen setzen. Sie haben keine Chance.“ Er lächelte arrogant: „Zum Glück haben Sie und Ihresgleichen noch nicht geschafft gleiche Rechte zu bekommen, wäre ja noch schöner wenn sich irgendwelche Tiere dazu aufschwingen würden über uns zu herrschen.“ „Passen Sie auf, was sie sagen, Admiral Lestige, das kann schneller passieren, als sie sich vorstellen können. Und letztendlich bleiben dann die auf der Strecke, die sich nicht anpassen, sondern irgendwo stecken bleiben. Drachen sind intelligenter, dass ist eine Tatsache und teilweise sogar klüger, als wir.“ „Aber, aber Kommandeur, wie können Sie so etwas auch noch unterstützen. Mit dieser Einstellung werden Sie sich nicht lange im Amt halten können. Mittlerweile macht sich schon die Admiralität Gedanken, was man“ , er deutete abwertend Perscitia, „gegen diese Geschöpfe mach kann.“ Roland lachte hart: „Denken Sie ich bekäme, dass nicht mit? Ich bin fast jeden Tag bei diesen fruchtlosen Diskussionen. Dabei ist die Lösung so einfach, wir können nichts mehr tun, die Sache hat sich längst verselbstständigt. Die Armee von Perscitia hier ist größer, als alles, was das Korps je aufbieten könnte.“ „Ich weigere mich diese Einstellung zu unterstützen. Und was die Gefangenen betrifft: Mit meiner Mithilfe müssen Sie nicht rechnen.“ Lestige wandte sich wutschnaubend um und verließ den Hof. Perscitia schüttelte langsam den Kopf: „Das war eine klare Ansage. Jetzt müssen wir wohl oder über vor das Gericht mit der Sache.“ Roland schien sich unwohl zu fühlen und sah sich erst einmal besorgt um, bevor sie mit gesenkter Stimme, beinahe flüsternd sagte: „Können wir diesen Ort bitte verlassen, ich muss mit Ihnen dringend unter vier Augen sprechen.“

Wenig später war die Festung nur noch ein kleiner Punkt in der Ferne und befanden Leonardo stand zusammen mit Roland und Perscitia , in dem rasch von ihren Begleitern errichtetem Lager. Ein etwas tollpatschiges Mittelgewicht hatte Perscitia noch mit den neusten Infos von der Stadt versorgt. „Das eben war übrigens Latior. Er ist einer der Taktiker, die mich bei der Organisation der Stadt unterstützen. Er hat außerdem auch noch einige geniale Militärstrategien entwickelt. Ich spiele wirklich mit dem Gedanken ihn zu meinem Stellvertreter zu machen, wenn er nur nicht so schusselig wäre. Ständig vergisst er irgendetwas. Aber darum geht es ja jetzt nicht. Hier sind wir fern von neugierigen Ohren.“ Roland nickte ernst. „Wir haben ja eben sehr anschaulich vorgeführt bekommen, was die meisten Vertreter der Admiralität von den Drachen im Allgemeinen halten. Wenn sie nun einen Antrag vor dem Gericht vorbringen, um Miss Ledoux mit Jade und Mister Salubre zu befreien können sie davon ausgehen, dass er abgelehnt wird. Es bleiben dementsprechend nicht viele Möglichkeiten für sie.“ Wie schon in der Festung erschien es Leonardo so, als wäre sie mit ihren Gedanken in weiter Ferne. „Ich habe einmal unterlassen, die Admiralität aufzuhalten. Und noch einmal lasse ich nicht andere das machen, was eigentlich ich tun müsste.“ Bei Leonardo machte es langsam Klick. „Wir müssen sie mit Gewalt befreien.“, sagte er langsam, „ich sehe sonst keinen Weg.“ Jane nickte ernst: „Genau das wollte ich vorschlagen. Sie müssen es aber so planen, dass kein Verdacht auf Perscitia fällt, geschweige denn auf mich. Denken Sie bitte nicht ich würde eigennützig wirken, aber ich bin in meiner Postion deutlich wertvoller für sie.“ „Das müsste eigentlich machbar sein. Kommandeur, von Ihnen bräuchte ich dann möglichst genaue Pläne von der Anlage und Perscitia, du kannst mir vielleicht Unterstützung in Form von Drachen und Männern geben, die für das Korps unbekannt sind. Gleichzeitig geht ihr beide zu irgendeinem Treffen der Admiralität und habt damit das perfekte Alibi.“ Leonardo dachte angestrengt nach. Er selber konnte ja leider an der Aktion nicht teilnehmen, da er für die engen Gänge der Festung viel zu groß war. Am besten wäre es, wenn er irgendein groß angelegtes Ablenkungsmanöver, anleiten würde. Vielleicht ein Angriff der Franzosen. „Perscitia, sprechen einige deiner Drachen zufällig französisch?“ „Ja, die meisten haben es irgendwann einmal gelernt. Und viele der Soldaten waren vor dem Krieg in Frixedenszeiten in Frankreich.“ Sie wechselte rasch einen Blick mit Roland. „Du hast doch nicht im Ernst vor einen Angriff vorzutäuschen? Das würde sofort auffliegen. Man kennt die meisten am Kanal stationierten Drachen.“ Leonardo grinste gemein: „Das ist mir schon klar, aber nachts, nachdem wir die Lager für die Leuchtraketen zerstört haben, sieht niemand mehr irgendetwas vernünftig.“ „Trotzdem werden sie wochenlang daran rätseln, wie die Franzosen es geschafft haben die Küstenverteidigung zu durchbrechen und woher sie die Information für den Angriff her haben.“ Er zuckte mit den Schultern: „Sehe ich so aus als wäre das mein Problem. Der eigentliche Nachteil an dem Plan ist, das Louis dann wirklich als Verräter abgestempelt wird.“ „Das ist kein Problem. Ihr könnt euch in meinem Lager solange aufhalten, wie ihr wollt, keiner würde euch ausliefern!“ Und mit einem gemeinen Lächeln fügte Sie hinzu: „Keiner würde es überleben.“ Sie wandte sich wieder an den selben Drachen, wie bei ihrer Ankunft, der gerade vorbei geeilt kam und dabei prompt stolperte und sich rasch wieder aufrappelte: „Latior habt ihr alles ausgepackt?“ Der Drache nickte eifrig: „Wir haben die Zelte aufgestellt, den Proviant verstaut und eine Karte von der Örtlichkeit in der Mitte des Lagers aufgestellt. Entschuldigt ich habe eben einen Teil des Gespräches mit angehört. Soll ich vielleicht schon einige auswählen, die für solch eine Aktion geeignet sind?“ „Ja, das wäre gut. Komm in einer Stunde dann bitte zur Planung.“ Leonardo musterte das alles amüsiert: „Perscitia, kommt mir das nur so vor, oder habt ihr einen längeren Aufenthalt hier schon geplant?“ „Geplant sicher nicht, aber drücken wir es so aus. Ich kenne die Admiralität. Und man soll ja bekanntlich auf jede Eventualität vorbereitet sein.“

Eine Stunde später standen die drei rund um einem Lageplan von Dover. „Hier sind die zwei Waffenlager, wo auch fast sämtliche Leuchtraketen und ähnliche Lichtbringer gelagert werden. Es muss als erstes von unserem Bodeneinsatzteam zerstört werden. Ihr könnt zwar davon ausgehen, dass auch die Reiter jeweils einen kleinen Vorrat haben, aber der wird schon nach kurzer Zeit erschöpft sein. In dieser Zeit können kurze schnelle Angriffe sie dazu zwingen, die Raketen zu verbrauchen.“ „Hm, dann würde ich vorschlagen, dass wir zwei Gruppen mit den Drachen bilden. Das stiftet noch mehr Verwirrung.“ Leonardo ging im Geiste einige Taktiken durch. Aufteilung seiner Truppen wäre am erfolgversprechendsten. Sobald alles dunkel ist, rückt der Trupp am Boden weiter und dringt hier“, Jade deutete auf einen Punkt am Rand Anlage, „ein und befreit die Gefangenen. Auf dem selben Weg können sie dann auch wieder zurück kommen.“ „Sobald sie raus sind. Hol ich sie ab und wir verschwinden.“ „Gut wenn das geklärt wäre, müssen wir uns nur noch auf einen Anführer für die Bodentruppen einigen.“ Hier mischte sich Perscitia wieder in das Gespräch ein: „Lass das mal meine Sorge sein. Ich bring euch zu einem meiner Männer, der perfekt für den Job ist.“ Lenaordo wandte sich noch einmal an Jade: „Eine Frage hätte ich noch: Warum vertraust du mir anstandslos. Ich finde es zwar sehr löblich, aber sei mir bitte nicht böse, ich würde es in deiner Situation nicht machen.“ Jane lächelte ein wenig traurig: „Allein das du fragst, bestätigt mich schon, aber einerseits vertraut dir Perscitia und andererseits weiß ich das ein Drache alles für seinen Reiter tut und man dir somit bei dieser einen Mission folgen sollte.“ Leonardo runzelte kurz die Stirn, da war sicher noch mehr , aber er musste sich anscheinend mit dieser Erklärung zufrieden geben.

„Ja, kein Problem, kann ich machen.“ Leonardo betrachtete skeptisch den Mann, denn Perscitia vorgeschlagen hatte. Wirklich zuverlässig sah er ja nicht aus. Eher wie ein Landstreicher. Er hatte sich als Kosz vorgestellt und während sie ihm den Plan erklärten, gelangweilt einige Wörter in den Boden geritzt. Leonardo war überaus skeptisch. Dem sollte er Louis Wohlergehen anvertrauen? „Und woher soll ich wissen, dass sie nicht nur ein Aufschneider mit einer großen Klappe sind.“ Kosz verdrehte belustigt die Augen und antwortete mit einer Gegenfrage: „Woher soll ich wissen, dass du nur ein geschickter Betrüger bist und uns ausspionieren sollst?“ Der Sternendrache dachten ein Moment nach, zu seinem eigenen Missfallen gab es nur eine Antwort, die seinen eigenen Vorwurf lächerlich erschienen ließ : „Du kannst es nicht wissen. Du musst auf das Urteil von Perscitia vertrauten.“ Er lächelte jetzt: „Womit wir wieder bei deiner anfänglichen Fragen wären.“ Leonardo nickte geschlagen: „Ich verstehe deinen Standpunkt. Wenn wir beide auf die Menschenkenntnis von Perscitia vertrauten, wirst du die Aufgabe also gewissenhaft und gründlich durchführen.“ „Ich werde die Gefangenen befreien inwiefern dabei vorgegangen wurde, bleibt dem Betrachtenden vorenthalten.“ Er deutete eine spöttische Verbeugung vor Perscitia an und verschwand. Zurück blieben nur die Worte auf dem Boden. PI Tau sit dimidum. Für Leonardo hatten sie, obwohl er die Bedeutung nicht verstand irgendetwas endgültiges.

Er schüttelte den Kopf und wandte sich wieder den beiden anderen zu. „Ihr müsst euch jetzt, möglichst um die Alibis kümmern . Solange das nicht geklärt ist, können wir die Aktion auch nicht starten.“ „Ja ja, wir finden schon einen Anlass, möchtest du die Drachen eventuell selber einweisen.“ „Gerne, noch so einen Typ überlebe ich nicht.“ Perscitia kicherte: „Hast du etwa deinen Meister gefunden?“ „Sicherlich nicht, nur eine weitere Nervensäge, dabei reichtest du eigentlich schon.“ Er wechselte abrupt das Thema: „Wie viele Drachen kannst du mir den jetzt zu Verfügung stellen, die Französisch beherrschen.“ Perscita hatte schon den Mund geöffnet, um irgendetwas Spitzes zu erwidern, besann sich dann aber auf den ernsten Anlass und antwortete: „Ich würde sagen zwei oder drei-“, Leonardo unterbrach sie erschrocken: „Was nur ein oder zwei, dir ist schon klar wie viele Drachen in Dover stationiert sind, oder?“ Sie schnaubte genervt: „Du hast mich nicht zu Ende reden gelassen. Ich wollte eigentlich sagen, ein oder zwei Geschwader.“ „Ups“, murmelte er beschämt, „das dürfte wirklich reichen. Bringst du mich gerade mal zu Ihnen?“

Als die Sonne beinahe am Untergehen war, schaffte Leonardo endlich alle Vorbereitungen abzuschließen. Perscitia und Jane Roland waren schon seit einigen Stunden zu einem Bankett der Admiralität abgereist

Backflash

Sie hatten noch ein schnelles Meeting vor dem Aufbruch der beiden eingeschoben. Aber die wichtigsten Sachen waren eigentlich bereits besprochen worden. „Ihr könnt euch den Bauch vollschlagen und euch die entsetzten Mienen der Admirale anschauen und ich muss eine Selbstmordaktion mit einem Haufen bekloppter durchführen.“ Perscitia hatte nur trocken erwidert: „Sei froh, dass Iskierka in Australien, die Mission mit ihr waren eine Katastrophe.“ Jane mischte sich auch noch ein: „Glaub mir, es wird viel schwieriger sein, unschuldig und überrascht aussehen anstatt lachend über den Boden zu rollen.“ „Ich bin sicher ihr werdet diese unheimlich gefährliche Aufgabe überstehen“ Leonardo rollte mit den Augen. „Ich werde mich dann mal mit ein paar Korpsdrachen amüsieren gehen, die mich nur so zum Spaß festnehmen wollt, aber das ist ja vollkommen unwichtig im Gegensatz zu euren Bürden:“

Ende Backflash

Leonardo musst immer noch im Nachhinein über dieses Gespräch schmunzeln. Die beiden waren wirklich unverbesserlich. Und da behauptete man Engländer hätten keinen Humor. Er lenkte seine Gedanken wieder auf die vor ihm liegende Mission, denn langsam ging der Plan in eine entscheidende Phase über. Da konnte Leonardo sich keine Gedankenlosigkeit leisten. Die beiden Drachenteams warteten im Dunkeln darauf, dass Kosz die Lager eliminierte. Unsichtbar für jeden Verteidiger der Burg hatten sie sich in einiger Entfernung verborgen. Bald war es soweit. Leonardo suchte noch einmal mit den Augen die Umgebung ab. In einiger Entfernung kam eine der Küstenpatrouillen vorbei. Er gab den andern Drachen ein Zeichen die Augen zu schließen. Nichts durfte Aufmerksam auf sie lenken. Zum Glück war Neumond , sodass sich kein verräterischer Mondstrahl in irgendwelchen Schuppen brechen konnte. Leonardo hatte den Bericht von Voltiger nicht vergessen. Dieser hätte beinahe wegen einer Spiegelung Frankreich niemals erreichen können.

Es wurde immer kälter, und nach einiger Zeit begann es auch noch zu regnen. Typische England. Aber in diesen Fall begünstigte es die Mission. Plötzlich schoss eine gewaltige gelb-weißliche Lichtsäule in den Himmel. Ein Donnern ertönte und der Horizont wurde kurzzeitig erhellt. Leonardo spürte wie die anderen Drachen unruhig wurden. Viele von Ihnen waren nachtsichtig und vertrugen das helle Licht nicht. „Es ist noch nicht vorbei, das war erst die erste Explosion.“ Wie zur Bestätigung seiner Worte schoss eine zweite etwas kleinere Stichflamme in den Himmel. „Jetzt geht’s los.“ Das Geschwader erhob sich in vollkommener Symmetrie und startete den Anflug auf den Stützpunkt. Leonardo überprüfte noch einmal, ob jeder am richtigen Platz war, aber diese Mühe hätte er sich auch sparen können. Es gab nichts auszusetzen. Kurz bevor sie in Sichtweite des Forts kamen, ertönte Kampfesslärm von der anderen Seiten, Zu Leonardos Ohren drangen Fetzen französischer und englischer Befehle. Offensichtlich hatte der Kampf begonnen. „Raticus und Melandrus, werft ein paar von den Bomben ab, die wir mitgenommen haben. Wir sollten langsam aufmerksam auf uns machen.“ Wenige Sekunden später segelten einige melonengroße Objekte in einen der Türme der Burg. Einen Moment lang passierte gar nicht, dann explodierte ein Teil des Gebäudes und die herabfallenden Trümmer zersprang am Boden unter unüberhörbaren Getöse. Die Antwort der Engländer ließ nicht lange auf sich warten. Eine Rakete schoss neben dem Geschwader in die Luft und erhellte die Umgebung mit einem hellen beinahe unnatürlich weißen Licht. Die meisten der Drachen, die er anführte hatten zum Glück bereits die Augen geschlossen, sodass nur einige wenige schmerzvoll auf zischten. Leonardo gab den Befehl zum Abdrehen. Aber die Drachen folgten Ihnen und versuchten Sie zu attackieren. Leonardo seufzte. Sie mussten sich Ihnen wahrscheinlich stellen. Die Formation schwenkte herum und griff an. Hier zeigte es sich leider, dass die Drachen vollkommen ohne Besatzung kämpften. Die kleineren Drachen konnte nicht länger als wenigen Sekunden gegen einen der Korpsdrachen, da sonst ihre Flügel mit Kugeln durchlöchert wurden. Er gab den Befehl den Gegner in Einzelkämpfe zu verwickeln und stürze sich selber auf den Schwenkflüger, der die Formation anführte.

Schon nach wenigen Sekunden des Kampfes konnte er sagen, dass seine Gegnerin verdammt gut war. Sie hatte direkt seinen ersten Angriff abgeschmettert und war unter seinen Zähnen hinweg getaucht. Ihrem Gegenschlag hatte Leonardo nicht mehr ausweichen können und so zierte jetzt fünf nicht allzu tiefe aber schmerzende Kratzer, die Unterseite seines Bauches. Leonardo brachte wieder ein wenig Abstand zwischen sich und seine Gegnerin und musterte sie. Die Drachin hatte eindeutig mehr Erfahrung als er und ließ sich nicht so einfach überraschen. Leider war sie auch nicht groß genug um so schwerfällig zu sein, dass Leonardo sie einfach überrumpeln könnte. Alles in allem: Die Karten standen ziemlich schlecht für ihn. Aber mehr Zeit blieb ihm auch gar nicht, um zu überlegen , denn die Schwenkflügelerin attackierte ihn jetzt. Dort einem hinabsausenden Schwanz ausweichen, den schnappendem Kiefer entkommen, ohne dabei den allgegenwärtigen Klauen zum Opfer zufallen. Er verschaffte sich mit einigen ungestümen Angriffen Luft und blickte sich rasch nach seinen Kameraden um. Zu seiner Erleichterung lief es bei dem anderen ziemlich gut. Er musste also nur so lange standhalten bis die anderen ihm zu Hilfe kommen konnten. Er wich nun immer weiter zurück und versuchte in der Körpersprache seiner Gegnerin den nächsten Angriff zu erahnen. Ein Zucken im Schwanz, einer kurzer Rucken in eine bestimmte Richtung alles konnte ein Zeichen sein. Plötzlich täuschte sie einen Schlag in Richtung seiner Flügel an. Leonardo war noch am Ausweichen als der wirklich Schlag ihn auf der anderen Seite in die Flanke traf. Schmerz schoss wie flüssige Lava durch seine Adern und er konnte nur mühsam einen schmerzerfüllten Schrei unterdrücken. Er versuchte mühsam zurückzuweichen, mit jedem Flügelschlag explodierten Sterne vor seinen Augen und er musste all seine Kraft aufwenden, um nicht das Bewusstsein zu verlieren. Bei einem erneuten Angriff der Schwenkflügerin faltete er einfach die Flügel zusammen und ließ sich herabfallen. Er wusste, dass er nicht mehr viele Angriff nicht abwehren konnte. Blut floss in Strömen von der Wunde in der Seite herab und er war schon beinahe halb ohnmächtig. Auf einmal wurde die andere Drachin beiseite gestoßen und Leonardo sah durch seine halb geschlossenen Lieder, wie einer der größeren Drachen der Formation unter ihn glitt und die Last von seinen Flügel nahm. Bevor er sich der verlockenden Bewusstlosigkeit ergab, sah er noch wie die Korpsdrachen geschlagen in der Ferne verschwanden. Das letzte an das er dachte, war das dieser Teil des Planes ziemlich episch gescheitert war. Hoffentlich holte sie Louis da raus.

Das erste was er spürte, als er langsam wieder zu Bewusstsein kam war brennender Schmerz. Leonardo brauchte einige Sekunden bis er halbwegs wieder erkennen konnte, wo er war. Seine Sicht war verschwommen und auch die Qualen, die ihm seine geschundene Seiten bereiteten, halfen ihm nicht wirklich bei der Orientierung. Allzu lange konnte er jedenfalls nicht ausgeschaltet sein, denn er befand sich immer noch auf dem Rücken von Jeliscus, der ihn vor den Klauen der Schwenkflügerin bewahrt hatte. In diesem Moment tauchte in seinem Sichtfeld einer der kleineren Drachen, Minisius, auf: „Ah, du wieder wach, da hast du dich ja ordentlich übernommen mit Vivamus.“ Er schüttelte belustigt den Kopf, „es ist wirklich nicht schlau sich aus einer Formation, den einzigen für seine Größe gefährlichen Drachen herauszupicken.“ Leonardo wandte kläglich ein: „Ich hab doch nur versucht sie eine gewisse Zeit aufzuhalten, damit ihr Zeit hattet die Anderen aus dem Weg zu räumen.“ Der Drache sagte unbeeindruckt: „Tja, nobel aber ziemlich dumm. In diesem Zustand bist du eher ein Klotz am Bein.“ Nun mischte sich auch noch Jelicus in das Gespräch ein: „Komm lass ihn in Ruhe. Ich denke er hat seine Lexikon gelernt. Außerdem wusste er nicht mit wem er sich da angelegt hat.“ „Wie lange war ich eigentlich bewusstlos?“, lenkte Leonardo das Gespräch um, Reden half den Schmerz zu ignorieren, „und was ist in der Zeit passiert?“ „Also du warst ungefähr eine halbe Stunde ohne Bewusstsein. Kurz nachdem sich die Formation zurückgezogen hat, sind denen auch die Leuchtraketen ausgegangen, sprich wir konnten sie ziemlich gut mit einzelnen Bombenangriffen in Atem halten. Wir sind wieder sicher verborgen und es ist unwahrscheinlich, dass irgendjemand uns erneut entdecken könnte.“ Leonardo atmete erleichtert aus. Soweit lief alles nach Plan und er hatte schon gedacht, dass sie es vermasselt hätte. „Und gibt es irgendetwas Neues von Kosz?“ „Nein, wir haben noch keine Nachricht von unseren Bodentruppen erhalten, was ich ehrlich gesagt, aber auch nicht erwartet hatte.“ „Gut, dann heißt es fürs erste abwarten.“

Als Louis erwachte war um ihn herum, wie nicht anders zu erwarten, Dunkelheit. Er machte sich gar nicht die Mühe aufzustehen. Was hätte er auch machen sollen? Längst wusste er nicht mehr, wie lange sie schon hier waren. Die Tage bestanden nur noch aus Essen, Schlafen und erdrückender Langeweile. Allein wäre er schon lange verrückt geworden. Aber die Gespräche mit Jade boten zum Glück ein gewisse Ablenkung. Aber auch hier gingen mittlerweile die Gesprächsthemen aus. Er wusste nun beinahe alles über sie, was sie gerne aß und trank, was ihre Lieblingsfarbe war und wie ihr Leben ganz im Allgemeinen verlaufen. Man sollte meinen seine Faszination, nun gut mittlerweile musste selbst er sich eingestehen, dass er eindeutig mehr war, ja vielleicht sogar Liebe, hätte abgenommen, aber je besser er sie kannte desto mehr bewunderte er sie. Ein Gefängnis war nur leider nicht der richtige Ort, um es ihr zu gestehen und so änderte sich in dieser Hinsicht nichts zwischen ihnen geändert. Irgendwann hatten sich nur leider auch diese Themen erschöpft und so verging ein Tag nach dem andern in immer wieder demselben Muster. Louis setzte sich langsam auf und blickte sich in der verhassten Zelle um, wie nicht anders erwartet, gab es keine Veränderungen, aber irgendetwas störte ihn. Er konnte es nicht anders in Worte fasse, aber irgendeine Kleinigkeit hatte sich verändert. Aus diesem Grund war er auch aufgewacht. Mit der Zeit, in immer dem selben Raum, fielen einem schon die kleinsten Veränderungen auf. In diesem Moment öffnete auch Jade die Augen. „Hast du es auch bemerkt?“, fragte sie leise. „Ja, ich weiß nicht genau was es ist.“ Sie lächelte kurz; „Der Komplex zittert, er wird also von irgendetwas erschüttert.“ „Wer sollte e´hier schon angreifen, der Kanal ist sicher.“ Er gab sich gar nicht der Illusion von Hoffnung hin. Anfangs als noch ab und zu die Zellentür geöffnet worden, hatte er jedes mal gedacht das sie vielleicht freigelassen würden. Aber dieser Funke hatte sich mit immer der selben Befragung immer weiter erschöpft. In diesem Moment ertönte ein Knall ganz in ihrer Nähe und Louis sprang auf, um unruhig vor der Tür auf und ab zuwandern. Was zur Hölle passierte hier gerade? Das Geklirr von Waffen kam immer näher und auf einmal war plötzlich Stille. Angespannt wartete Louis darauf, was als nächstes passieren würde. Dies war definitiv nichts womit das Korps zu tun hatte, sondern ein Angriff von einer bis jetzt unbekannten Fraktion. Plötzlich erschütterte eine viel stärkere Explosion den Raum und warf die beiden Gefangenen zu Boden Boden. Als der Staub sich gelegt hatte, richtete sich Louis hustend auf und blickte sich suchend im Raum um. Direkt neben der Tür war ein gutes Stück der Wand heraus gesprengt. Er half Jade auf die Beine und zog sie hinter sich her zum neu geschaffenen Ausgang. „Komm ich weiß nicht, wer hierfür verantwortlich ist, aber wir sollten die Gelegenheit auf keinen Fall verstreichen lassen.“ „Ich kann Ihnen gerne sagen, wer hinter dem ganzen steckt“, ertönte eine belustigte Stimme aus dem Dunkeln des Ganges, „aber zuerst würde ich sagen, machen wir uns aus dem Staub, ich hab wirklich keine Lust auf noch Engländer zu stoßen.“ Bevor Louis etwas erwidern konnte hatte ihn jemand gepackt und schleifte ihn quasi hinter sich her. Er versuchte sich loszumachen aber vergeblich. „Entspannen Sie sich, sonst bringt mich ihr geschupptes Schoßtier um, wenn Sie uns verloren gehen.“ Louis hörte erst einmal auf sich zu wehren und dachte einen Moment nach, während er den anderen hinterher stolperte. Wenn diese Leute irgendeine Verbindung zu Leonardo hatten, dann war es nicht allzu klug sie zu behindern,, offensichtlich versuchten sie ihn und Jade zu befreien. Zumindest sah er sonst keinen anderen Grund, warum die Gruppe sonst in eine schwer bewachte Festung mitten in der Nacht einbrechen sollten. “Wohin gehen wir”, fragte Louis, “den Haupteingang können wir ja schwerlich benutzen.” Der Mann lachte kurz: “Ja, das könnte man so ausdrücken.” Wir werden auf einem der Türme einen Feuerwerkskörper abschießen, hoffen sie, dass uns die Richtigen zuerst sehen. Bevor sie fragen, mein Name ist Kosz.“ In diesem Moment tauchten hinter der Ecke einige Soldaten auf und Kosz ging fluchend in Deckung. “Können Sie kämpfen?” Jade erwiderte: “Ja, geben sie schon eines dieser Gewehre her”, sie lächelte teuflisch: “Ich kann Ihnen doch unmöglich diesen Spaß überlassen.” Louis legte eine der Waffen an, trat aus der Deckung heraus und schoss einem der Soldaten in die Schulter. Der Mann ging mit einem schmerzhaften Winseln zu Boden. Synchron zu ihm fielen zwei andere, jeweils von Kosz und Jade gefällt. Louis trat rasch wieder in Deckung und runzelte besorgt die Stirn: “Die anderen werden sich sicher nicht überraschen lassen. Wir könnten ordentlich Probleme bekommen, wenn wir sie zu überwältigen versuchen.” „Machen Sie sich da mal keine Sorgen, wir haben uns auf so etwas schon vorbereitet. Er holte aus einem der Rucksäcke eine kleunen Beutel aus dem eine Lunte ragte. Diese entzündet er und begann leise von 5 abwärts zu zählen. Bei 2 angelangt, schleuderte er den Sprengsatz um die Ecke. Eine kleine Explosion erschütterte den Gang und als sie vorsichtig um die Ecke spähten. Lagen die Soldaten hustend und stöhnend am Boden. „Gut, schnell weiter“, befahl Kosz und sie eilten weiter. Einige Gänge und Explosionen weiter, standen sie vor einer massiven Wendeltreppe. Nach etlichen Windungen erreichten sie ein steinernes Plateau, dass Dach des Turmes war zu großen Teilen zerstört worden. Kosz angelte aus den Tiefen seines Rucksackes eine kleine Rakete und hielt sie weit von sich gestreckt. „Tja, jetzt entscheidet es sich, ob wir als Drachenfutter enden. Er entzündete sie mit der gleichen schwach glühenden Lunte mit der er vorher die Sprengladungen gezündet hatte. Die Rakete schoss mit einem fauchenden Geräusch in die Luft und erstrahlte in einem hellem dunkelrot pulsierendem Licht am Himmel.

Leonardo sah, wie in der Ferne sich der Horizont dunkelrot färbte. „Sie haben ihn gefunden, jetzt heißt es schnell sein. Wir müssen sie aufnehmen bevor die Korpsdrachen sie in Stücke gerissen haben.“ Die Formation wendete in einer engen Schleife und flog in Richtung der Festung. Leonardo konnte immer noch nicht vernünftig fliegen und musste von einem der Drachen getragen werden, aber nach einigen Minuten, erreichten sie den Turm, wo schon einige Korps Drachen kreisten. Leonardo sah die kleine Gruppe des Bodentruppes, die sich dort verschanzt hatte. Diesmal hatten sie zum Glück den Überraschungsmoment auf ihrer Seite und schafften es ohne Probleme die Verteidiger zu überwinden und zu verscheuchen. Einer der anderen kleineren Drachen landete in der Ruine des Turms und nahm die Mitglieder des Bodenteams auf.

Erleichtert half Louis Jade auf den Drachen zu steigen. Endlich entkamen sie dieser beinahe endlos andauernden Haft. Er machte sich nur um Leonardo Sorgen, so wie er ihn kannte, hätte er es sich nicht nehmen lassen können, ihn und Jade persönlich abzuholen. Hoffentlich war er nicht verletzt. Kozs kletterte hinter ihm auf den Drachen und sagte fröhlich: „Ha, hab ich doch gesagt, dass wie hier herauskommen. Aber jetzt ist es auch wirklich Zeit zu verschwinden.“ Er gab dem Drachen ein Zeichen und sie hoben von dem Turm ab. In der Ferne näherte sich eine weitere Formation, und diesmal würde sie sich nicht so leicht überrumpeln lassen. Louis blieb beinahe das Herz stehen, als er auf dem Rücken des neben ihm fliegenden Drachen einen blutüberströmten Leonardo sah: „Was ist mit dir passiert?“, rief er hinüber, Leonardo hob langsam den Kopf und rief mit leicht zitternden Stimme: „Wurde eben ein ein Gefecht verwickelt, dass ich leider verloren habe. Aber die Verletzungen sehen schlimmer aus, als sie sind. Mach dir also keine Sorgen. Ich hoffe nur, dass unser zweites Team Hope befreien konnte. Wir müssten ja eigentlich genug Chaos gestiftet haben.“ Er gestattet sich ein leises Lachen. Louis blickte kurz über die Schulter, die Verfolger fielen immer weiter zurück und irgendwann drehten sie ab und verschwanden in der Nacht. „Wir treffen mit Ihnen in einigen Minuten zusammen.“, teilte ihnen der Anführer der Formation mit. „Jelicus“, flüsterte Leonardo ihm zu. Kosz derweilen schien die ganze Situation unheimlich lustig zu finden und trug einen sehr amüsierten Gesichtsausdruck. Jade ging sein selbstgefälliges Grinsen so auf den Geist, dass sie genervt fragte: „Könnte Sie uns bitte mitteilen, was Sie an dieser Situation so amüsant finden. Ich denke nicht, dass es auch nur im Geringeren angemessen ist. Immerhin wissen wir noch nicht, ob wirklich alle befreit wurde. „Schon passiert“, erwiderte er fröhlich, „Unser zweites Einsatzteam sollte sie gleichzeitig mit eurer Befreiung gerettet haben. Wir müssen uns nur noch gleich treffen.“ Mit einem amüsierten Blick fügte er hinzu „Was ich so lustig finde ist übrigens, dass Leonardo mir damit gedroht hat, was passiert, wenn ich euch nicht rette. Und hier stehe ich jetzt und sehe: Er ist selber beinahe bei seiner eigenen Aufgabe gescheitert. Blutüberströmt und verletzt, so wollte er sicher nicht vor eure Augen treten. Eher als strahlender Held.“ Leonardo sah einen kurzen Moment beschämt nach unten, bevor er sich offensichtlich aufraffte und spitz sagtez: „Gescheiter bin ich ja offenbar nicht, sonst würden Sie immer noch in der Festung feststecken . Nur weil ich bereit war selber ein wenige Federn bzw. Schuppen zu lassen, heißt das nicht das ich unfähig wäre. Jeder kann ja mal ein bisschen Pech haben.“ „Wenn Sie meinen“, antwortete Kosz und sah weiterhin äußerst amüsiert aus. Insgeheim ärgerte Leonardo sich selber und nachdem der Rausch des Kampfes verflogen war, spürte wieder stärker die Schmerzen seiner Wunde. Erschöpft ließ er den Kopf herunterhängen. Es war ein kleiner Preis für die Befreiung von seinen drei Freunden.

SIMON

leonardo/kapitel_10.txt · Last modified: 2013/03/20 21:20 (external edit)