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Kapitel 3

Die karge australische Landschaft zog unter den Drachen dahin. Seitdem sie am Vormittag den Schatten des gewaltigen Gebirges hinter sich gelassen hatten, war die kleine Formation den brennenden Strahlen der erbarmungslosen australischen Sonne schutzlos ausgeliefert. Selbst Temeraire, der am Anfang des Tages noch versucht hatte, Caesar in einem kräftezehrenden Wettbewerb davonzuziehen, kapitulierte vor der sengenden Hitze. Ihm blieb nichts anderes mehr übrig, als mit jedem einzelnen Schlag seiner Schwingen und unter der Aufbietung eiserner Disziplin um die letzten Höhenmeter zu kämpfen. Innerlich begann er fast schon, Celeritas für die endlosen Trainingsflüge in Loch Laggan zu danken. Der Schweiß auf seiner Haut drang aus den tiefsten Poren und ließ das Geschirr ständig verrutschen, die dezimierte Besatzung war ständig damit beschäftigt, die Ausrüstung im Bauchnetz vor dem Sturz in die Tiefe zu bewahren. “Signalisieren sie den Anderen, dass wir landen werden!”, befahl Laurence seinem Fähnrich Roland, während er sich besorgt an den Gewaltmarsch durch die Taklamakan-Wüste erinnern musste. Wenigstens war Tharkay unter den Mitreisenden, doch dessen Erfahrung nutzte den ausgezehrten Drachen im Moment auch nicht viel. Als der Himmelsdrache auf dem ausgedörrten Boden der Steppe aufsetzte konnte, fiel die Mannschaft förmlich aus den Gurten und rettete sich in den kühlen Schatten des Schwergewichts. Auch Caesar machte Anstalten, sich näher an Temeraire zu drängen, wurde jedoch rüde mit einem Grollen zurückgedrängt. Schließlich fand er unter Kulingiles Schwinge Schutz. “Vielleicht noch ein oder zwei Stunden dauert es bis zur Dämmerung”, ließ Tharkay nach einer Erkundigung Demanes verlauten, “Die schlimmste Hitze des Tages ist schon vorüber, und verdammt, wir haben in Afrika mehr durchgemacht als hier!” “Ich kann es immer noch nicht glauben, dass Iskierka für ein paar Säcke Gold die Seite gewechselt hat!” warf Temeraire ein. “Sie könnte lange wieder in Europa sein und in vorderster Front für die Franzosen kämpfen, statt sich diese ermüdende Tortur an einem der ungemütlichsten Flecken der Welt auszusetzen. Vor nicht allzu langer Zeit wollte sie sogar noch ein Ei von mir. Lien muss ihr bedeutend mehr versprochen haben als nur Gold.” “Oder sie wird erpresst”, gab Emily zu bedenken. “Iskierka weiß genau, das Granby so wenig wie Laurence die Seiten wechseln würde, und welche Strafen die britische Admiralität Verrätern angedeihen lässt, mussten wir alle ja leider zur Genüge miterleben. Es wäre wirklich eine Schande, wenn Granby wegen seines verantwortungslosen Tieres vor einem Straftribunal enden würde!” Rankin wetterte los: “Das Verhalten des Kaziliks ist Beweis genug, dass Granby ihr keine britischen Werte beigebracht hat und Temeraire einen verderbenden und zerstörerischen Einfluss auf unser Korps ausübt. Wenn alle Drachen auf die Seite wechseln dürften, die die besser gefüllte Staatskasse aufweist, wäre England längst am Boden und Bonaparte in London. Aufgeknüpft gehört er, und Iskierka in ein Zuchtgehege im tiefsten Schottland. Hoffentlich zeigen dann ihre Nachkommen ein wenig mehr Patriotismus für unser Vaterland!” Laurence glaubte zu erkennen, wie das Gesicht Caesars einen spöttischen Ausdruck annahm, soweit man dass bei einem Drachen überhaupt beurteilen konnte. „Ein Wort noch, Rankin, und ich bestehe auf Genugtuung!“ Laurence trat vor Temeraire und legte die Rechte an das Heft seines Säbels. Der Himmelsdrache beäugte mit drohend aufgestellter Halskrause das Geschehen und setzte sich auf die Hinterbeine, um mit eisigem Blick die Kontrahenten zu verfolgen. Laurence fühlte sich durch diese Pose unangenehm an Lien erinnert. Trotz aller Überheblichkeit, die Temeraire mit diesem Verhalten ausstrahlte, musste er aber doch zugeben, dass es einen kräftigen Eindruck auf Caesar schindete und im besten Fall eine Konfrontation verhindern würde. Als der Himmelsdrache dann auch noch zu einem Atemzug ansetzte, rückte Caesar mit eingezogenem Schwanz Meter um Meter zurück, nur um hinter dem größeren Kulingile Schutz zu suchen. “Laurence, ich verspreche ihnen, die Sache wird ein Nachspiel haben! Ich werde ein formelle Beschwerde einreichen, die Admiralität wird das anmaßende Verhalten ihres Tieres nicht akzeptieren oder ignorieren können. Ihr Verhalten ist kein Ungehorsam oder Befehlsverweigerung mehr, dass grenzt förmlich an Meuterei”. Rankin sah sich um und verstummte. Temeraire entspannte sich sichtlich, als der Kapitän gedehmütigt zu seinem Tier flüchtete und wandte sich wieder der Diskussionsrunde zu. Es herrscht feindseliges Schweigen unter Ihnen und keiner meldete sich mehr zu Wort. Tharkay entspannte geschickt die Situation, indem er anwies die Zelte aufzubauen. “Könntest du bitte ein wenig zur Seite rücken?”, fragte er Caesar, “Wir brauchen jede ebene Fläche.” Lawrence war glücklich der unangenehmen Situation entfliehen zu können und begann zusammen mit Roland die Eisenhaken in den Boden zu rammen. Nachdem das Lager zu seiner Zufriedenheit aufgebaut und die Wachen eingeteilt worden waren, setzte er sich zu dem immer noch erregten Temeraire und strich ihm besänftigend über die Flanke. Rankin verschwand mit rotem Kopf in seinem Zelt. “Auf ein Wort, Mr. Tharkay!” Jener setzte sich zu ihnen. “Temeraire bring uns bitte eine Meile vom Lager weg”, flüsterte Lawrence ihm zu. Seine Krallen bogen sich schützend um ihre Körper herum. Ein Satz und sie waren in der Luft. Während des kurzen Fluges betrachtete Lawrence den australischen Himmel. Die Nacht war klar, aber dennoch erkannte er keine Sternenbilder, sie waren zu weit von Zuhause weg. Er wurde von einem kurzen aber schmerzhaften Gefühl von Heimweh erfasst. Temeraire rissd ihn aus diesen unangenehmen Gedanken, als er sanft aufsetzte und sie vorsichtig freiließ. „Ich habe sie hierher gebracht, da ich mit Ihnen die aktuelle Lage besprechen, will“, eröffnete Lawrence das Gespräch. “Obwohl mir eine friedlichere Lösung der Dinge lieber wäre, sollten wir uns eine Taktik überlegen, wie wir Iskierka am einfachsten überwältigen können, falls sie sich weigert zu kooperieren.” “Das tut sie auf jeden Fall”, schnaubte Temeraire, “Diplomatie ist ein Fremdwort für Iskierka!” “Also ich denke es ist am einfachsten, wenn wir sie aus dem Konzept bringen und ablenken könnten”, warf Tharkay ein. “Aber wie?”, murmelte Temeraire. “Ihr schwacher Punkt ist eindeutig Granby”, antwortete Lawrence, “und dort sollten wir auch ansetzen. Wenn wir uns ihrem Lager unbemerkt nähern, kann Temeraire uns absetzen und wir entführen zu Fuß Granby, während Temeraire Iskierka irgendwie ablenkt.” “Eigentlich kein schlechter Plan, aber dies wird Rankin nicht zulassen, weil er so Aktionen für unehrenhaft hält.” “ Das ist auch kein Problem”, meinte Temeraire, “wir lassen sie einfach hier zurück. Verirren können sie sich ja nicht. Denn wir werden ihnen Karten und den Kompass geben. So haben sie keine Möglichkeit alles zu vermasseln.” Mir gefällt zwar diese Handhabung überhaupt nicht, aber ich denke es ist die einzige kampflose Lösung für unser Problem. Denn wenn Iskierka kämpft kann sie einiges an Schaden anrichten“ Lasst uns also um 1 Uhr aufbrechen”, beendete Tharkay das Gespräch.

Nachdem Temeraire sie zum Lager zurückgebracht hatte, versuchte Lawrence nicht übermäßig aufzufallen. Seine Verschwiegenheit wurde jedoch auf keine harte Probe gestellt, da Rankin für den gesamten restlichen Abend in seinem Zelt verschwunden blieb und auch Caesar keine größeren Versuche startete Temeraire in ein Gespräch zu verwickeln. „Roland, Tharkay!“, rief er, „lassen Sie uns noch eine Runde Karten spielen bevor wir zu Bett gehen“ Die beiden gesellten sich zu ihm. Er zog einen Satz aus seinen Taschen hervor und begann zu mischen. Nach einigen Runden, von denen die meisten Tharkay gewann, wünschte Lawrence den anderen eine gute Nacht und zog sich in sein Zelt zurück. Ohne dass er etwas dagegen unternehmen konnte, gingen ihm noch einmal die vergangen Stunden durch den Kopf. War es richtig sich gegen Rankin wenden? Er verkörperte indirekte die Admiralität in London und deren rückständige Einstellung zu dem richtigen Verhalten von Drachen und Menschen. Wenn sie sich jetzt gegen Rankin stellten, blieb ihnen keine Möglichkeit mehr nach Britannien zurückzukehren. Zumindest nicht als freie Wesen. Aber vielleicht hatten sich bis dahin auch die liberaleren Offiziere durchgesetzt und ihm wurde sein Verhalten nicht mehr vorgeworfen. Aber dies waren reine Spekulationen. Höchstwahrscheinlich blieb ihm nichts weiter übrig, als nach China auszuwandern um der Verhaftung zu entkommen. Denn nicht noch einmal wollte Lawrence Temeraire durch seine Gefangennahme quälen. Der Drache würde sein Vaterland vernichten und nicht einmal vor einem Bund mit Lien zurückschrecken um seine schreckliche Rache zu verüben. Mit diesen düsteren Gedanken im Kopf schlief er langsam ein. „Psst!“, sagte jemand und ruckelte energisch an seinen Schultern, „es ist soweit!“ Lawrence war sofort hellwach und sah Tharkay im Halbschatten über ihn gebeugt. „Temeraire und Roland sind schon bereit, wenn sie wollen können wir sofort aufbrechen“ „Einen Moment bitte, ich packe nur noch meinen Kompass ein“ Als auch dies geschehen war, schlich er aus dem Zelt und bewegte sich in die Richtung des Drachen. Plötzlich stürzte jemand aus dem Zelt vor ihnen und sah sie entgeistert an. „Erklären sie sich!“ Es war Rankin „Wird dies wieder eine Ihrer jämmerlichen Meutereien.“ „Nein, ich ergreife nur die notwendigen Maßnahmen, um ein Blutvergießen zu vermeiden.“ Lawrence ballte eine Faust und rammte sie Rankin unter Aufbietung all seiner Kraft unters Kinn. Dieser hob fast eine Handspanne vom Boden ab und wurde von Tharkay aufgefangen bevor er ohnmächtig auf dem Boden aufschlagen konnte. „Ein guter Schlag, Kapitän“, sagte er trocken und ließ Rankin unsanft auf den Boden gleiten. Er schlug mit einem dumpfen Bums auf. „Wir sollten uns aber beeilen und zu Temeraire gelangen.“ Sie eilten weiter und kamen nach einer ¼ Meile Fußweg bei Temeraire an. Als sie ankamen wurden sie von einem besorgten Temeraire erwartet, der fragte: “Was ist passiert? Warum habt ihr solange gebraucht?” “Mach dir keine Sorgen, mein Lieber. Wir hatten noch einen Plausch mit Rankin. Aber frag lieber nicht! Wir sollten jetzt sofort aufbrechen. Wenn Rankin erwacht und Alarm schlägt, könnten sie uns folgen.” Temeraire umgriff sie sanft und levitierte sie auf seinen Rücken. Mit einem mächtigen Sprung erhob er sich in die Lüfte. Lawrence blickte mit einem Gefühl der Endgültigkeit auf das langsam im Westen verschwindende Lager. Jetzt waren sie auf sich allein gestellt. Sie flogen den größten Teil der Nacht, wobei sie sich an der Vegetation orientierten und nach Wasserlöchern Ausschau hielten. Da Iskierka überstürzt , ohne Ausrüstung und Mannschaft, nur mit Granby verschwunden war, Laurence nahm an, dass sie ohne Wasservorräte nicht allzu weit ins Hinterland vordringen konnte. Eigentlich konnte sie sich nur von Wasserloch zu Wasserloch vorwärtshangeln und musste unterwegs jagen. Ganz davon abgesehen, dass Granby auch versorgt werden musste.

Es war sehr still, während sie dahinflogen, nur Temeraires Flügelschläge verursachten ein flappendes Geräusch. Roland war offensichtlich eingeschlafen, während Tharkay in seinen Reisemantel gehüllt schräg hinter Laurence saß. Sein Gesicht lag im Schatten, sodass Laurence nicht erkennen konnte, ob er wach war. Laurence selbst war hellwach. Er machte sich insgeheim große Sorgen um Granby, die noch durch Rankins neuere Drohungen geschürt wurden. Temeraire flog ziemlich dicht über dem Boden, um mit seinen scharfen Augen vielleicht Spuren von Iskierka ausmachen zu können. Gegen Morgen, als die Sterne langsam verblassten, - Laurence war anscheinend doch halb eingenickt- , flüsterte Temeraire aufgeregt: „Laurence, sieh mal da vorn.“ Mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen, flimmerte vor dem Horizont ein Feuer. Laurence drehte sich herum und sagte: „Roland geben sie mir bitte das Fernglas. Temeraire könntest du langsamer werden; sonst werden wir noch bemerkt.“ Nachdem er es aus der vorgesehenen Tasche gezogen hatte, richtete Laurence das Fernglas auf den Horizont und stellte es scharf. In einer Entfernung von ungefähr 4 Meilen hoben sich Iskierkas gelb schwarzen Flügelmusterungen unübersehbar vom Boden ab. Er konnte sogar die kleine Gestalt Granbys erkennen, der an einem flackernden Lagerfeuer stand. „Mach dich zur Landung bereit Temeraire. Dort hinten befindet sich ohne jeden Zweifel unsere flüchtige Drachendame“ „Von wegen Dame“, schnaubte der Angesprochene, „Links von uns sind einige kleine Hügel, wenn du willst kann ich hinter sie fliegen wodurch ich euch näher an Iskierka heranbringen kann.“ „Tu das, mein Lieber“, sagte Laurence zustimmend. Der Drache sank ab und wendet, sodass sie in den Schatten der Berge versinken konnten. Durch Temeraires dunkle Haut war so eine Entdeckung fast unmöglich. Eine Zeit lang wagte keiner von ihnen zu sprechen, obwohl es völlig unmöglich war, dass Iskierka sie hören könnte. „Temeraire, lande jetzt“, brach Laurence das Schweigen, „wir sind nahe genug an ihrem Rastplatz. Von hier aus gehen wir drei alleine weiter. Dir fällt der schwierigste Teil Aufgabe zu: Du musst Iskierka ablenken, ohne, dass sie Verdacht schöpft und mit Granby wegfliegt. „In Ordnung! Ich werde mir etwas überlegen, in einer Stunde werde ich damit beginnen. Viel Glück Lawrence“, sagte er und stupste ihn freundschaftlich an, „euch auch Tharkay und Roland! Gebt Acht, Iskierka kann sehr unangenehm werden“ Laurence schulterte seinen Degen und entfernte sich langsam in die Richtung des anderen Drachen. Das konnte ja interessant werden. „Nimm doch endlich Vernunft an“, sagte Granby resigniert. Iskierka lag schmollend in einer Aschekuhle, die sie sich gebrannt hatte, und ruhte sich aus. Ihr Magen grummelte bedenklich. Sie war zwar sehr geschickt darin, aus der Luft zu jagen, aber mehr als ein paar magere Kängurus hatte sie nicht erwischt. Nach der überstürzten Flucht waren sie Richtung Landesinnere geflogen, dann aber zur Küste zurückgekehrt, wie Laurence vermutet hatte. An dem Wasserloch, an dem sie jetzt lagerten, wollten sie die Hitze des Tages abwarten und in der Abenddämmerung weiterfliegen. Wohin, wussten sie nicht. Viele Möglichkeiten gab es nicht, außer vielleicht China. Im unwirtlichen Landesinneren konnten sie jedenfalls nicht untertauchen, zumal es keine eingeborenen Drachen gab, denen sie sich als Outlaws hätten anschließen können, und hier würden sie zweifellos bald entdeckt werden. Granby lief unruhig vor Iskierka auf und ab. „Lass uns zurückkehren. Vielleicht können wir unsere Fahnenflucht dann noch vertuschen. Wir gehören zum Flugkorps seiner Majestät. Was glaubst du, was die mit uns machen. Denk an Laurence und Temeraire.“ Iskierka schnaubte verächtlich, wobei eine Dampfwolke aus ihren Nüstern stob. „Temeraire ist so dumm. Und er könnte längstens ein Ei mit mir haben. „, sagte sie beleidigt. In diesem Moment hörten sie in der Ferne ein leises Brüllen, eindeutig ein Drachenbrüllen. Und nicht nur das, es war Temeraire, der da brüllte. Ein paar Augenblicke später folgte eine Druckwelle, kleine Steinsplitter stoben durch das behelfsmäßige Lager und bohrten sich schmerzhaft in Iskierkas Flanke und perforierten ihre rechte Schwinge. An eine schnelle Flucht war vorerst also nicht mehr zu denken. Der Feuerspucker heulte auf und fuhr erbost herum nur um zu erleben, wie plötzlich eine gewaltige Welle aus Sand und Gestrüpp auf sie und Granby zurollte. Temeraire hatte offensichtlich dazugelernt, und der göttliche Wind machte sogar völlig harmlosen Bodenbelag zu einer sehr realen Bedrohung. Alles um sie herum versank in Staub, und der Flügel begann auch langsam taub zu werden. Außerdem sträubte sich alles in ihr, den alten Freund zu verletzen. Er würde sie schon nicht töten, da war sich Iskierka sicher. Als der Staub sich lichtete, fixierte der Feuerspucker Temeraire nur halbherzig. Es kam ihr allein auf die Geste an, der Wind war ohnehin auf der Seite ihres Kontrahenten; jeder Feuerstrahl würde unter diesen Bedingungen sofort auf Iskierka zurückgeworfen werden. “Es ist sinnlos, Iskierka, gibt auf, wenn du auch nur einen Funken Verstand hast.” Temeraire schwebte in ungefähr 50 Metern Entfernung über der Ebene. “Du hast gesehen was sie mit Laurence und mit meinen Offizieren gemacht haben! Du bist nicht so kaltblütig, das auch Granby anzutun! Und ich kann dir versichern, es wird kein Pardon geben, diesmal werden Köpfe rollen!” “Ich habe starke Verbündete in Europa,” Iskierka rang um Fassung. “Außerdem lässt Lien ihre Untertanen nicht im Stich,” entgegnete sie trotzig.“ Und selbst wenn Napoleon in Europa verliert, wird ihr das egal sein. Sie hat sogar Kontakte nach Amerika, wusstest du das eigentlich?” “Verlasse dich bloß nicht darauf, dass Lien dir aus deiner vertrackten Situation herraushelfen kann. Du bist für sie nur eine Schachfigur auf dem riesigen Schlachtfeld. Ein kleiner Bauer. Klein und Entbehrlich.” Iskierka kauerte sich zusammen, ihre Fassade begann langsam zu bröckeln. “Lien würde Granby hinterrücks ermorden lassen, wenn es für sie einen Vorteil hätte, und es dir dann als Attentat der Engländer präsentieren. Sie hat da so ihre Erfahrung was Intrigen und Morde anbelangt; dann teilt er wohl bald das Schicksal des bedauernswerten Botschafters, der damals in Istanbul sein Leben gelassen hat. Du kannst ja weiter ruhig versuchen Lien zu verteidigen, Iskierka, an den Tatsachen ändert das herzlich wenig!” Iskierka sackte noch tiefer in sich zusammen. Sie hatte plötzlich das drigende Bedürfnis, Granby in den Klauen zu halten und fest an sich zu drücken. Doch sie griff ins Leere. “Granby! Wo ist Granby?”

JAXOM, TERMINATOR, SIMON (User von Temeraire.net)

fan_fiction_zum_weiterschreiben/kapitel_3.txt · Last modified: 2013/03/20 21:20 (external edit)