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Das Forum im Zoo

von Kronos

Es herrscht dunkle Nacht. Ein leiser, warmer Wind fährt durch die Bäume des örtlichen Zoos. Eine Eule ruft, ein Wolf heult. Es ist Mitternacht. Niemand sieht die beiden in schwarz gekleideten Gestalten, die die Straße überqueren, sich um den Lichtpegel einer Straßenlaterne herumschleichen und sich anschließend in zwei Büschen vor dem Zooeingang verstecken. Niemand sieht saphira, der seinen Arm entsetzt aus dem einzigen Dornenbusch im Umkreis von hundert Quadratmetern herauszieht, indem er sich versehentlich versteckt hatte. Niemand hört sein leises Fluchen, als er das Gleichgewicht verliert und sich mit eben diesem Arm an eben jenem Dornenbusch abstützen muss, um das Gleichgewicht zu wahren. Kurze Zeit später sieht man die beiden Gestalten erneut. Sie rennen mit Anlauf zum Tor des Zoos und springen hinüber, dann huschen sie durch den Eingang. Kronos verzieht das Gesicht als sein Partner saphira dabei gegen den Pfosten des Tores läuft und sich den Kopf stößt. Innen herrscht vollkommene Stille. Der Wolf hat aufgehört zu heulen, die Eule ruft nicht mehr. Gemeinsam schleichen die beiden Gestalten durch den Zoo, immer in Richtung Nashorngehege. Unterwegs müssen sie auch am Affengehege vorbei, dabei wacht einer der Schimpansen auf. Kronos bewegt sich geschickt um sein Blickfeld herum, doch saphira, der verrückt von Affen ist, läuft trotz der Warnungen seines Partners zu dem Schimpansen und nimmt ihn auf dem Arm. Gemeinsam kreischen sie ein Lied durch die Nacht, bis der gesamte Zoo erwacht ist. Da erst bemerkt saphira seinen Fehler, lässt den vollkommen verdutzten Schimpansen fallen und rennt zu Kronos zurück. Doch es ist bereits zu spät, die Wärter werden wach und stürmen heran, das Brüllen der Löwen erfüllt den Zoo und die Wölfe springen aufgeregt herum. Wütend konzentriert Kronos sich. Auf einmal wird alles wieder still, der Mond steigt wieder höher, die Wärter scheinen in ihr Haus zurückzugehen, die Tiere legen sich wieder in ihre ursprüngliche Schlafposition zurück. Kronos hat die Zeit zurückgedreht, zu dem Moment, bevor sie am Affengehege vorbeigelaufen sind. Immer noch wütend nimmt Kronos diesmal einen anderen Weg, saphira folgt ihm kleinlaut. Was die beiden jedoch nicht wussten, die Wärter hatten zuerst Sir Terminus angerufen, den Edlen vom Affenhaus, bevor sie sich auf den Weg zu den Einbrechern gemacht hatten. Da Kronos die Zeit jedoch nur im Zoo zurückgedreht hatte. Befand sich Sir Terminus bereits auf dem Weg zum Zoo. Kronos und saphira schlichen währenddessen um ein sehr großes Gehege herum – den Drachenkäfig. Darin lag der große Drache Voctoritas, wie immer in der Nacht wach, murmelte er OT-Vokabeln vor sich hin. Er hörte die beiden Einbrecher, als sie sich um ihn herumbewegten und schrie: „Nein, ich will nicht zum Thema zurückkehren. Ich muss klara mit ihren Bier ärgern!“ Als er auf diesen Angst einflößenden Ausruf keine Antwort vernahm, legte er sich beruhigt wieder hin und rezitierte weiter die Forenregeln. Der oder besser gesagt das nächste, was den beiden in den Weg trat, oder besser gesagt in den Weg schwebte, war der Geist des Zoos, Schattenfeuer. Einen großen Hammer über dem Kopf, schwebte sie mit roten Augen auf sie zu und ließ saphiras Kopf heftig scheppern, was aber nur von seinem Eisenhelm kommen konnte, denn in seinem Kopf befand sich nun einmal leider nichts, was scheppern könnte. Schattenfeuer fand Gefallen an diesem Spiel und drosch, „Mein Hammer, der hat drei Ecken“ singend, weiter auf saphira ein. Zumindest solange, bis Kronos seine Sense schwang und den Schatten in herumwabernde Stücke zerlegte. Zusammen krochen Kronos und der sich den Kopf haltende saphira weiter, bis sie vor dem Nashorngehege standen. Das Nashorn war noch wach, Brezeln mampfend, mit einem großen Topf voller Bier, lag es in seinem Gehege und flirtete mit einem großen Auerochsen, der allerdings Engländer zu sein schien. Es fragte den Ochsen nach einem Ei und ob irgendein Verwandter tot sei, doch den Ochsen schien das recht wenig zu interessieren. Langsam schlichen Kronos und saphira sich an, ein großes Seil in der Hand, das zu einem Lasso gefertigt worden war. Sie beschlossen, das große Einmaleins aufzusagen und bei 16*16=256 loszustürmen. Doch saphira kam selbstverständlich bereits bei 2*2=3 durcheinander und lief zu früh los. Er rannte mitten in den Auerochsen hinein, dem das verständlicherweise gar nicht zu gefallen schien. Es gab ein Handgemenge zwischen den beiden, das überraschenderweise damit endete, dass der Ochse am Boden lag und saphira stolz auf ihm. Kronos traute seinen Augen nicht, bis er erkannte, dass der Ochse anscheinend vor Langeweile mitten im Kampf eingeschlafen war. Doch nun war das Nashorn wieder munter geworden, es schleuderte sein Fass nach saphira, dieses traf Kronos Helfer am Kopf und saphira kippte zur Seite weg, über und über mit Bier der Anti-Nashorn-Union bedeckt. Nach diesem erfolgreichen Angriff ging das Nashorn höchstpersönlich auf Kronos los, schwang die Hufe und trat… … mitten in den Bauch von Sir Terminus, der sich leise von hinten angeschlichen hatte und sich gerade auf die Einbrecher stürzen wollte. Nun kippte der tapfere Sir weg, neben den Ochsen und saphira. Das Überraschungsmoment nutzend schlang Kronos sein Seil um das Nashorn und machte sich mit ihm und dem mit Bier überzogenen murmelnden saphira von dannen.

Kronos

das_forum_im_zoo.txt · Last modified: 2014/09/12 19:50 by Terminator